Politik Sieg´l: Von der SPD ist keine Aufarbeitung zu erwarten
Rubrik: Politik

Für den CDU-Kreisvorstand antwortet Dr. Christian Sieg´l auf [die Erklärung von Ralf Holzschuher] zu den kürzlich bekannt gewordenen Stasi-Verstrickungen seiner Parteifreunde: "SPD-Chef Holzschuher erklärte am 27.01.2010 gegenüber der MAZ, wie er mit den Stasi-Verstrickungen seiner Parteifreunde umzugehen gedenkt. Er hält die Maßstäbe für eine sachliche Auseinandersetzung für verschoben. ausdrücklich erklärt er: ´Niemand kann Offenheit erwarten und verlangen, wenn Offenheit die berufliche und Private Existenz gefährdet.´ Damit ist eindeutig klar, was wir an Aufarbeitungsleistung von der SPD erwarten können, nämlich gar nichts!"



Sieg´l sagt weiter: "Auch sonst lässt dieser Ausspruch tief blicken. Aufrichtigkeit zählt nicht, wenn sie das private Fortkommen und die Private Sicherheit gefährdet. Zählt sie denn sonst? Wahrscheinlich auch nicht. Not kennt kein Gebot! Wer will eine Politik, die sich an solchen Werten ausrichtet?"

Hinweis: Politische Pressemitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder; unsere Leser sollen sich eine eigene Meinung zu den Äußerungen unserer Politiker machen - ohne wertende Meinungen der Redaktion.

Dieser Artikel wurde bereits 564 mal aufgerufen. / Erstellt am: 29.01.2010 - 08:38 Uhr

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nachdenker 02-02-10 | 07:40
Glück auf! Herr Stieger-Bergmann,

es ist schon erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit und Frechheit gerade Sie sich wider melden. Sie haben doch durch Ihre Vorgehensweise eine ganze Menge Schande und negative Schlagzeilen für die Stadt Brandenburg an der Havel produziert. Ich dachte, wir haben uns von Ihnen befreit. Gefehlt, das politische Geschwür droht sich wieder auszubreiten. Ihnen steht meines Erachtens nur noch Eines zu:

Sich auf die hinteren Bänke zu verziehen und für immer den Mund zu halten. Der Großmut, mit dem Sie hier versuchen, die Leute für dumm zu verkaufen ist schon anmaßend. Leider nichts Neues, wir kennen Sie nur in dieser Gutsherrenart.

Sie haben versucht, sich wie in alten Zeiten durchzumanövrieren und sind eben mal über die Vergangenheit gestolpert. Das ist nur richtig so!. Herr Stieger-Bergmann, Sie haben kein Recht, sich dafür noch feiern zu lassen und den Mitleidshascher zu spielen. Um auch das von Ihnen erwähnte Mittelalter nochmal aufzugreifen: Leute wie Sie hätte man, wenn sie Glück gehabt hätten, aus der Stadt getrieben. Moderner Vorschlag: Wegziehen! Es gibt doch noch ein paar sozialistische Volksrepubliken mit asiatischer Küche und diktatorischem Vorgehen.

Nun Leute alle mal das Gehirn angestrengt! Eines will mir nämlich nicht klar werden: Wenn die SPD in der Krisenbewältigung weiter ist als Andere, müssen Sie, Herr Stieger-Bergmann, wohl oder übel in der inneren Diskussion (als dem einzig möglichen Weg) auch andere SPD-"Spitzen" von Ihrem Tun in Kenntnis gesetzt und Sie somit auch zu Mitwissern gemacht haben. In der Gesamtbetrachtung Ihres Falles haben diese "Spitzen" Ihrer Partei (es handelt sich noch immer um die SPD!) bis dato zu dieser Mitwisserschaft keine Stellung bezogen. Dies ist doch sonderbar. Ich mache die These auf, die Führungsspitze der SPD war schon zu einem früheren Zeitpunkt vor dem Öffentlichwerden über Ihre IM-Tätigkeit im Bilde. Wieder fehlt die Ehrlichkeit. Ich finde, auch dies ist ein weiterer Betrug am Wähler der SPD! Da braucht keiner das Unschuldslamm spielen! Aber in der gefährlichen Mischung aus Selbstsicherheit, Arroganz und Ignoranz haben Sie sich Herr Stieger-Bergmann zusammen mit denen sehr sicher gefühlt.

Also der Spruch des Bermanns ist: "Rumpeldiepumpel, weg war der Kumpel!" Bitte nicht wieder an die Oberfläche fördern oder zukünftig den Mund halten! Glück auf!
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mnp 30-01-10 | 14:37
Ich kann das nicht mehr hörn liebe cdu genossen! die presse gefährdet einfach mal die existenz der person die sich outet. das sehen wir doch an herrn reichel, dem gekündigt wurde, obwohl das arbeitsrechtlich gar nicht möglich ist. wacht doch mal auf leute! so ungern ich es sagen mag aber: herr holzschhuer hat einmal recht.

mfG ihr cdugenosse mnp
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Dirk Stieger 29-01-10 | 14:29
Ich bin Ralf Holzschuher sehr dankbar, dass er in einer für die SPD nicht einfachen Zeit in dieser Weise den richtigen und dringend notwendigen Gedanken von Matthias Platzeck zur Aufarbeitung und Versöhnung aufgreift. Denn diejenigen, die Aufarbeitung allein mit dem "Enttarnen von Stasi-Spitzeln" gleichsetzen, irren. Es ist falsch und gefährlich, nur auf die eine Gruppe der "Verstrickten" eines Systems zu zeigen, so dass andere, die das System jeden Tag neu in maßgeblichen Führungspositionen getragen haben, sich hinter zu einfachen "Wahrheiten" gut verstecken können. Gerade deshalb ist es bezeichnend, dass sich Herr Dr. Sieg`l mit westdeutscher Herkunft für die Kreis-CDU meldet. Offenbar wollen andere, die sonst - damals und heute - keinen Platz in der ersten Reihe auslassen, sich nicht zu diesem brisanten Thema äußern. Die wir in der DDR gelebt haben, sollten einen angemessenen Umgang mit dem Teil der - unserer - Geschichte finden - mit Mut, jederzeit möglicher Offenheit, Klugheit, Souveränität, aber auch Achtung und Würde dem jeweils anderen gegenüber. Und junge Menschen müssen und sollen Fragen stellen. Aber auch bereit sein, Antworten anzuhören und auszuhalten. Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass einige der jungen Geschichtserklärer (die sie selbst nicht erlebt haben) die Antworten schon vor den Fragen wissen. Vorverurteilungen sind schädlich und oberflächlich, denn sie lähmen dabei, auch andere Sichtweisen überhaupt anzuhören und bereit zu sein, sie zu bedenken. Am System und den Methoden des MfS gibt es nichts zu bejubeln. Aber es gibt auch keinen klaren Strich zwischen "Gut" und "Böse". So wie die Stasi in allen Lebensbereichen vorhanden war, zogen sich "Verstrickungen", Machtmissbrauch, Demütigungen und vieles mehr auch außerhalb der Stasi durch die Gesellschaft. Wie und mit welchem Anspruch an Moral nutzten Führungskader in SED und Blockparteien (bis zum Ende mit Ministern und Staatssekretären am selben Tisch mit Mielke vereint zusammen), Parteisekretäre, in Verwaltung, in der Wirtschaft, in der Justiz, in den "bewaffneten Organen" ihre Macht ? Danach nicht zu fragen heißt, einen wesentlichen Teil der Wahrheit nicht wissen zu wollen. Methoden des Mittelalters als Mittel der Aufklärung helfen da wenig. Niemand ist Freiwild. Wir brauchen ein Klima, in dem wir miteinander reden können und nicht - wie in den letzten Tagen - übereinander herfallen. Gerade in dieser Krise ist die SPD ein Stück weiter als andere, denn wir haben die innere Diskussion, das Zuhören und Verstehenwollen begonnen. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Schwierigkeiten dieses Weges. Aber er ist der einzig mögliche. Denn am Ende aller Fragen, Zweifel und hoffentlich neuer Einsichten muss das Gemeinsame stehen. Alle gehören zu dieser Gesellschaft und alle werden gebraucht, die vielfälltigen Fragen und Aufgaben unserer Zeit zu lösen.

Dirk Stieger

Und noch etwas Herr Kollege Dr. Sieg`l: Die Stelle im Rechtsamt ist schon besetzt.
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