Politik CDU: Gegen Relativierung der Stasi-SVV-Fälle
Rubrik: Politik

CDU-Fraktionschef Walter Paaschen beantwortet die Erklärung von Ralf Holzschuher zu den Stasi- Vorfällen in der SVV wie folgt: "Die CDU ist für Aufklärung und Aufarbeitung. Sie sagt konsequent Nein zur Relativierung und Gleichmacherei."



Paaschen sagt weiter: "Ralf Holzschuher und Alfredo Förster versuchen jetzt mit ihrer Zählgemeinschaft, die STASI mit der DDR und ihren Bürgern gleichzusetzen. In der Masse untertauchen scheint die Strategie ihrer ´Aufarbeitung´, nach dem Motto ´Wenn alle Dreck am Stecken haben, hat keiner Dreck am Stecken´, zu sein.

Es ist richtig, die Stasi war Schild und Schwert der SED- Führung. Aberwitzig ist aber die Aussage, die SED-Mitglieder seien schlimmer als die Spitzel gewesen. Ganz so, als ob die SED nach demokratischen Mitgliederbefragungen Spitzelaufträge an die STASI vergeben hätte. Wo Differenzierung nötig ist, versuchen SPD und Linke zum offensichtlichen Schutz für Spitzel zu pauschalisieren.

Das ist wie andere auch meinen und nach Auffassung der CDU keine wahre Aufklärung und Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der DDR- Geschichte. Wolfgang Thierse (SPD) hat in zwei Punkten Recht: Wer als Stasi-Zuträger Macht einmal missbraucht habe, dürfe nicht noch einmal Macht erhalten. Und ansonsten sei entscheidend, wie offen ein IM nach 1990 mit seiner Verstrickung umgegangen sei.

Auch Brigitte Zypries (SPD) hat Recht, wenn sie sagt: "Jeder hat das Recht auf bessere Einsicht."

Aber diese Einsicht muss auch kommen. Erst bei Entdeckung nach fairem Umgang rufen und zuvor scheinheilig lügen, ist keine Einsicht. Es hat aus unserer Sicht nichts mit Einsicht zu tun, erst nach Entdeckung zu meinen, der alleinige Berufene für Aufarbeitung und Aufklärung zu sein. Die CDU in Brandenburg an der Havel war schon immer zu differenzierten Bewertungen bereit. In der Tat hat jeder Mensch das Recht auf eine bessere Einsicht. Die Demokratie ist auch darauf angewiesen, dass sich Menschen und ihre Überzeugungen ändern.

Dafür ist bereits Friedrich v. Kekulé eingetreten. Seine Auffassung fand eine Mehrheit im CDU- Kreisverband und ist im Kommunalwahlprogramm von 1998 wie folgt formuliert: ´Viele hunderttausend Mitglieder der früheren SED folgten einem humanistischen Ideal. Sie waren von einem politischen Verlangen nach Gerechtigkeit und Frieden bestimmt. Sie wünschten Ordnung und Sicherheit. Deswegen wenden wir uns auch an die, die einfach nur Mitglieder der SED waren. Wir wenden uns an ehemalige Angehörige der früheren NVA. Ihnen wollen wir verständlich machen, dass es für viele von ihnen in der Bundesrepublik Deutschland die CDU ist, die Ihren Idealen in vielen Grundpositionen am nächsten kommt. Sie möchten wir für die Demokratie gewinnen. Damit sprechen wir ausdrücklich nicht die kleine Schicht der Funktionäre an, nicht die Anstifter zur Unmenschlichkeit, nicht die, die glauben, dass die damaligen Vorstellungen zu einer besseren Gesellschaft führen würden.´

Hinweis: Politische Pressemitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder; unsere Leser sollen sich eine eigene Meinung zu den Äußerungen unserer Politiker machen - ohne wertende Meinungen der Redaktion.

Dieser Artikel wurde bereits 576 mal aufgerufen. / Erstellt am: 02.02.2010 - 08:56 Uhr

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brandwolf 02-02-10 | 21:47
Mir geht die elende Wadenbeißerei hier in der Stadt auf den Keks. Anstatt die ganze Kraft in die Entwicklung der Stadt zustecken bewerfen sich unsere Stadtverordneten mit Dreck und versuchen sich gegenseitig die Beine wegzuschlagen. Von mir gibt es sicherlich auch eine Stasiakte. Ich bin Anfang der 80'er Jahre mal nicht zur Wahl gegangen. Das ist hier in Brandenburg vielleicht nichts besonderes gewesen, aber ich habe in einem für die "Partei" besonders brisanten Gebiet gewohnt. Ich mußte dafür Spießruten laufen beim Betriebsleiter, beim FDGB und bei meiner damaligen "Politischen Heimat" der NDPD. Ich habe bis heute noch keine Auskunft über das Vorhandensein einer Stasiakte angefordert. So besonders interessiert es mich allerdings auch nicht und der Fall ist ohnehin gegessen. Mein Grund damals nicht zur Wahl zu gehen war die Parteibuchpolitik. Leider ist es heute nicht anders. Posten werden nach Parteibuch und nicht nach Qualifikation vergeben.
Man könnte heute wieder fast von Seilschaften sprechen. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Erinnert ihr euch noch an den Begriff "Wendehälse"?

brandwolf
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G.Sawaade 02-02-10 | 18:58
Hallo Walter,
mach Dich doch nicht lächerlich. Zitat “Erst bei Entdeckung nach fairem Umgang rufen und zuvor scheinheilig lügen, ist keine Einsicht. “
Wie ordnest Du Dich den selbst in dieses von Dir beschriebene Muster ein (siehe das Interview was von Dir zu Deinem Werdegang veröffentlicht wurde)
Als Du Mitte der 80’ziger Jahre ständig zum SED- Betriebsparteileitung zum Rundbau gelaufen bist um Kandidat der SED zu werden warst Du ja schon über 40 Jahre; kein junger Mann sondern ein gestandener Fachmann. Sag nicht, dass man ohne Mitglied in der SED zu sein keine Karriere machen konnte; Gegenbeweise gibt es zu Hauf. Du musstest ja ein Aufnahmeantrag ausfüllen, und da hast Du bestimmt nicht hineingeschrieben, dass Du SED-Parteimitglied werden willst, damit Du weiterhin Karriere machen kannst. Also doch nur damals geheuchelt oder vielleicht jetzt geheuchelt oder gar nicht geheuchelt oder wie? Vielleicht lässt sich der Antrag noch irgendwo finden? Vielleicht findet man den einen oder anderen Artikel noch im „Roten Stahl“. Komm hör auf. Wir wissen beide, dass die Stasi höher Leiter regelmäßig abgeschöpft hat; da wurde nicht nur über Produktionserfolge geredet, sondern es wurde auch über die „politisch-ideologische Situation“ mit Hausnummer und Adresse gesprochen.
Ich will diese ollen Kamellen nicht weiter aufwärmen. Es ist für mich so lange her und um den richtigen Weg zu finden sollten wir doch lieber ordentlich und sachlich diskutieren und des Weiteren die Historiker bemühen.
Hört auf mit der „Hexenjagd“ und wendet Euch aktuellen Problemen zu. Viele Brandenburger können es nicht mehr hören.
Manchmal habe ich das Gefühl das die CDU sowohl im Land aber auch ganz besonders in unserer Stadt die Rolle der Opposition nicht ausfüllen kann und auf das Thema „Hexenverfolgung“ ausweicht um überhaupt noch in Erscheinung zu treten.
Übrigens ich bin weder heute noch früher in einer Partei gewesen.

G.Sawaade
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jaja 02-02-10 | 16:06
SED war also gar nicht so schlecht, stimmts Herr Paschen?
Entweder man verteufelt die Stasi als reinen Mord- und Terrorverein und dann ist die SED als Auftraggeberin auch nicht viel besser. Oder man billigt in den einfachen Fällen den informellen Mitarbeiten auch einen Versuch zu, wenn auch mit falschen, verurteilenwerten Methoden (142 Tote Taliban hat sie jedenfalls nicht auf dem Gewissen) eine bessere, gerechtere Gesellschaft zu bauen, als das, was wir jetzt haben.
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