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Flüchtlinge im Gefangenenlager? Die Moscheegrabung von Wünsdorf

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Landesmuseum

Erstellt: 29.03.2017 / 08:10 von grg

Das Land Brandenburg plante die Einrichtung eines Erstaufnahmelagers für Asylsuchende auf einer Landesliegenschaft, die sich schon über 100 Jahre in öffentlicher Hand befindet. Unabhängig davon plante das BLDAM mit der FU Berlin eine Lehr- und Forschungsgrabung auf dem Areal der Moschee im Kriegsgefangenenlager des 1. Weltkriegs am Militärstandort Zossen zum 100jährigen Baubeginn am 13. Juli 2015. Groß war das Erstaunen, als sich bei der Grabungsvorbereitung herausstellte, dass es sich um dieselbe Fläche handelt.

Insofern war nun wegen der umfangreichen Bauplanungen im Bodendenkmal „Kriegsgefangenenlager und Moschee der Neuzeit“ zusätzlich eine baubegleitende Dokumentation durch eine Fachfirma fällig. Durch die intensive Kooperation von Uni, Firma und Fachamt konnten die schütteren Reste der Leichtbau-Holzkonstruktion der Moschee, deren Standort durch zwei Abbruch- und Neubauphasen in NS- und Sowjetzeit in Mitleidenschaft gezogen worden war, identifiziert und lokalisiert werden. Eiserne Bolzen und Drahtverspannung der Kuppel, Blitzableiter, Fragmente von bunten Glasfenstern und -lampen, Fliesen der rituellen Waschräume, die umgebende Begehungsschicht und vor allem ausgeräumte und dann mit Estrichschutt und roten Ziegeln vom Bodenbelag verfüllte Fundamentgräbchen ließen sich der Moschee zuweisen.

Weitere Funde wie gusseiserne Ofenreste, Schlackegruben, Blechtassen, datierbare Industrieprodukte wie Abwasserrohre und Elektrozubehör stammen aus der Lagerzeit 1915-18, relativ wenige dagegen aus der NS- und wieder deutlich mehr aus der Sowjetzeit. Sie belegen eine dreifache Geschichte dieses Militär-Ortes, von dem aus der Dschihad im Namen des Kaiserreiches beginnen sollte (eine mehrsprachige Lagerzeitung dieses Namens kursierte im Lager): hier hatte man eigens die gefangenen Truppen islamischen Glaubens der gegnerischen Kolonialreiche (Frankreich, England, Russland) konzentriert, um sie gegen ihre „Herren“ und für Deutschland zu instrumentalisieren, und ihnen aus Propaganda-Gründen eine Moschee hingestellt. Gleichzeitig freuten sich die Berliner Ethnologen, denen Forschungsmaterial „frei Haus“ geliefert wurde, das sie sogleich gerne nutzten, u.a. zu musik-, sprach- aber auch rassekundlichen Dokumentationen.

Dass nun – in der vierten Phase seiner Geschichte – am selben Ort diejenigen, die vor der heutigen Ausprägung des Dschihad fliehen, vorübergehend angesiedelt werden, birgt einen welthistorischen Zirkelschluss, dessen Bedeutung noch nicht abzusehen ist.

Eckdaten:
- Eintritt: frei
- Mi, 05. April 2017 | 18.30 Uhr
- Veranstaltungsort: Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28

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Bilder


  • Foto: T. Kersting


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