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Abschied von einem Urgestein der Brandenburger Palliativversorgung: Hartmut Jäckel geht in den Ruhestand

Aus der Stadt
  • Erstellt: 02.07.2022 / 10:01 Uhr von pre
Er wird als Urgestein aus der Brandenburger Palliativversorgung bezeichnet, doch selbst nimmt er diese Ehre nur bescheiden an. Hartmut Jäckel, Leiter der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), ist vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet worden. Bis zu diesem Zeitpunkt war er 28 Jahre für die Jedermann Gruppe tätig.

Bereits 1994 fing Hartmut Jäckel dort als Krankenpfleger an. Als 2004 das Hospiz eröffnen sollte, wurde er als Leiter auserkoren. Bis dato war er ohne jede Erfahrung in der Palliativpflege, also der Pflege von Menschen mit einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheit. Mit 42 Jahren beginnt er, gemeinsam mit Katrin Gutschmidt, der jetzigen Leiterin des Hospizes, eine Palliative Care Ausbildung.
„Ich wurde unfreiwillig in ein Thema geschubst, was mich dann, als ich mich näher damit beschäftigt habe, so fasziniert hat, dass ich anfangen konnte, etwas zu bewegen“, sagt er über diese Zeit gegenüber Meetingpoint. Daraufhin bildete der Krankenpfleger, mittlerweile Pflegedienstleiter, sich immer weiter, lernte unter anderem bei Stein Husebø, einem norwegischen Palliativmediziner.
Nachdem Hartmut Jäckel einige Jahre das Hospiz geleitet hatte, baute er ab 2008 die Heimversorgung der Palliativpatienten mit auf. 2009 übernahm er die Leitung der SAPV und hatte diese bis zu seinem Abschied inne.
Nach besonderen Erlebnissen in den vergangenen Jahrzehnten befragt, meint Hartmut Jäckel, es habe viele solcher gegeben. Aber sehr einschneidend sei die Wendezeit gewesen, als der einst in Moskau als Hubschrauberpilot der Armee stationierte junge Mann sich der Krankenpflege zuwandte.“Das war der beste Entschluss, den ich fassen konnte“, sagt er heute.
Hartmut Jäckel selbst ist stolz und dankbar, was mit dem Gesetz über spezialisierte ambulante Palliativversorgung 2007 angestoßen wurde, das die Heimversorgung als Leistung der Krankenkassen auswies. „Die Sichtweise auf die palliative Versorgung hat sich verändert“, sagt er. Was vorher ein Nischendasein fristete, ist jetzt Regel geworden. „Es ist nicht mehr wegzudenken, dass Schwerkranke und sterbende Menschen Anspruch darauf haben, am Ende des Lebens so versorgt zu sein, dass sie nicht unter ihrer Krankheit leiden müssen“, sagt Hartmut Jäckel.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg der hiesigen Palliativversorgung - auch über die Stadtgrenze hinaus -, hat Hartmut Jäckel gehabt, heißt es seitens der Jedermann-Gruppe. Neben seinen Funktionen in Hospiz und der SAPV war er rund 20 Jahre im Vorstand.
Sven Rohde Geschäftsführer von Jedermann, verabschiedete sich sichtlich gerührt von Hartmut Jäckel. Der ist guten Mutes, das Feld gut vorbereitet zu verlassen - und freut sich nun auf seinen Hubschrauberflug, den er vom Team und seinen Weggefährten geschenkt bekommen hat.

Bilder

Sven Rohde, Geschäftsführer der Jedermann-Gruppe, (rechts) verabschiedete Hartmut Jäckel in den Ruhestand.
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