Am 21. Juni 2008 wurde Viola Paulokat zur Havelkönigin gekürt. Sie war die Nummer acht. Fünf junge Frauen hatten sich damals der Wahl gestellt. Im Vorfeld gab es gleich mehrere Auftritte. „Wir mochten uns“, schätzt die gebürtige Brandenburgerin rückblickend ein. Sie hatte gerade das Abitur am Bertolt-Brecht-Gymnasium gemacht. Um ihre Entscheidung, ob sie Zahnmedizin oder Architektur studieren sollte, noch hinauszuzögern, stellte sie sich einfach der Wahl. So hatte sie als Havelkönigin noch ein Jahr Zeit ihren Berufswunsch reifen zu lassen.
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Havelkönigin war fast ein Fulltime-Job. Auch sie hatte während ihrer Regentschaft gut 120 Auftritte, viele davon bei Siegerehrungen auf der Regattastrecke. Auch auf der Internationalen Tourismus-Börse war sie präsent. Gerade dort hätte sie mit ihren Sprachkenntnissen glänzen können, hatte sie doch die 11. Klasse mit einem MBS-Stipendium in Pennsylvania verbracht. „Ich stand jedoch oft nur einsam am Rand, kam ich mit den Leuten nicht ins Gespräch“, bedauert sie. Da habe das blaue Königinnenkleid oft als Panzer gewirkt. Doch das Jahr wolle sie trotzdem nicht missen.
Sie entschied sich letztlich dazu Architektur und Stadtplanung zu studieren. Am Bauhaus in Dessau verbrachte sie neun Semester. Es folgte ein halbjähriges Praktikum bei der Denkmalpflege des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Teltow. Und sie blieb dort und ist heute, nach zwei weiteren Semestern in Potsdam zum Master, zuständig für die Bereiche Wusterwitz, Ziesar und Bad Belzig. Zwischendurch, vor fünf Jahren, heiratete sie und heißt heute Kluck. Ihr Mann brachte ein Kind mit in die Ehe und mittlerweile kamen zwei gemeinsame hinzu.
Die Familie wohnt zwar in Berlin, doch viel Zeit verbringt sie auf dem elterlichen Bauernhof in Roskow, der sich schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Familienbesitz befindet. Zu den vorhandenen Ferienwohnungen sollen noch weitere kommen. Und selbst will Viola Kluck eines Tages auch wieder nach Roskow ziehen. Die Kinder fühlen sich natürlich zwischen den Hühnern und Katzen wohl. „Wir haben mit ihnen gerade ein Hühnerhaus gebaut“, verrät die einstige Havelkönigin, die zumindest noch die Schäepe mit der Jahreszahl 2008 besitzt.