Wahlsieger - aber noch nicht Oberbürgermeister. Daniel Keip muss in die Stichwahl, dort trifft er am 23. November auf Amtsinhaber Steffen Scheller. Hier sind erste Statements der beiden Kandidaten nach einem turbulenten Wahlabend.
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Großer Jubel bei der SPD: Daniel Keip sprach gerade zu den Teilnehmern der Wahlparty. Er nannte es ein "gutes Gefühl, dass Sozialdemokraten mal wieder eine Wahl gewinnen." Auch ganz wichtig war ihm dabei, dass man "den blauen Balken" hinter sich gelassen habe, vor der AfD zu landen, dass war für die hiesigen Sozialdemokraten entscheidend. Keip rief seine Anhänger und Unterstützer auf, in den nächsten 14 Tagen "nochmal richtig zu ackern und zu powern". Der Fleißwahlkampf mit vielen Infoständen und Haustürgesprächen wird als einer der Erfolgsbausteine gesehen, die zum guten Ergebnis führten. "Ich freue mich auf die nächsten 14 Tage um dann die nächsten acht Jahre Oberbürgermeister zu sein", so Keip. Und er schaltete auch gleich wieder in den Wahlkampfmodus, erinnerte seine Besucher daran, dass der Amtsinhaber quasi 75% Gegenstimmen für seine Arbeit bekommen haben.
Bei der CDU wurde deutlich weniger gejubelt. Man habe, so sagen es mehrere Christdemokraten, lediglich das “Minimalziel Stichwahl” erreicht. Dass man sich mit so wenig zufriedengab, stieß vielen bisherigen Unterstützern im Vorfeld sauer auf. Das sagt Steffen Scheller: “Wir freuen uns, ich freue mich, dass ich es mit in die Stichwahl geschafft habe. Vielen Dank an die Wähler. Jetzt geht es in den kommenden zwei Wochen darum zu verdeutlichen, dass ich der Kandidat bin, der in der Lage ist, die Stadt weiter in die Zukunft zu führen. Es geht ja darum, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben, dass sich unsere Unternehmen gut entwickeln und wir wollen natürlich unsere Infrastruktur sanieren. Wir sind auf einem guten Weg.” Ein Schritt dabei soll die Planebrücke sein, laut Scheller stehe die Bahn “kurz davor”, den Bahnübergang freizugeben: War eigentlich die Planebrücke ein Angstthema für den CDU-Mann? “Es hat mich extrem beschäftigt", gibt er zu und ergänzt: "Und natürlich ist immer die Befürchtung, dass die Argumente die wir haben und die Aussagen die wir haben woran es liegt, nicht zu den Bürgern durchdringen.” Er wies die Kritik von seinen Kontrahenten zurück, dass die Kommunikation nicht transparent gewesen sei. Scheller hält dagegen: “Aus meiner Sicht haben wir wahnsinnig viel zu diesen Themen erklärt und ich bin auch dankbar, dass die Bürgerinnen und Bürger so genau hingehört haben.” Was sagt Scheller zu Stimmen, die vermuten, dass seine Kandidatur nicht von allen Parteimitgliedern getragen wird? “Alle in der Partei stehen hinter mir, alle in der Fraktion stehen hinter mir. Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass sich die Stadt sehr positiv entwickelt hat. Daher sollte die CDU weiter die Richtung bestimmen", so sein Fazit.
Die Wahlbeteiligung lag mit 52,7 Prozent übrigens deutlich über den 40,3 Prozent der Oberbürgermeisterwahl 2018.