Die Freien Wähler haben folgende Erklärung veröffentlicht: “´Was so banal klingt, ist in 87 Gemeinden in Brandenburg schon länger gelebte Wirklichkeit´, erklären die Freien Wähler Brandenburg an der Havel. Marco Bergholz ergänzt: ´Viele Menschen wünschen sich, im Einklang mit der Natur ihre letzte Ruhe zu finden. Diese Möglichkeit sollten wir auch in unserer Stadt schaffen.´ Bei einer sogenannten Baumbestattung wird die Asche der Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne unter einem Baum beigesetzt. Die Natur übernimmt dabei die Grabpflege – ein Aspekt, der das Konzept besonders für Menschen interessant macht, deren Angehörige nicht in der Region leben.”
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Weiter heißt es: Hierzu trafen sich Vertreter der Freien Wähler gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller und Mitarbeiterinnen der Verwaltung zu einem Vor-Ort-Termin auf dem Friedhof in Görisgräben, um mögliche Flächen für einen Ruhewald zu besichtigen.
Bereits am 14. Februar 2024 hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, die Einrichtung eines Friedwaldes zu prüfen. Seither sind rund eineinhalb Jahre vergangen – ohne dass die Verwaltung das Thema weiterverfolgt hat. Der mit der Prüfung beauftragte städtische Forstbetrieb hatte erklärt, derzeit keine geeigneten Flächen zu finden. Ein Friedwald müsse demnach 10 bis 30 Hektar groß sein, aus zusammenhängendem Laubwald bestehen und idealerweise Eichen im Alter von 70 bis 100 Jahren umfassen. Der zunächst von der Verwaltung favorisierte Krugpark schied als Standort aus, da er bereits seit 1999 als geschützter Erholungswald ausgewiesen ist.
Umso erfreulicher ist es, dass nun durch die Initiative von Bürgermeister Michael Müller eine neue Möglichkeit ins Blickfeld rückt: Der Friedhof in Görisgräben, rund 100 Meter südwestlich des gleichnamigen Wohnplatzes, umfasst eine Fläche von etwa 1.600 Quadratmetern und gilt als der kleinste der zehn kommunalen Friedhöfe der Stadt.
Die letzte Bestattung fand hier im Jahr 2003 statt – die gesetzlichen Ruhefristen von 15 bis 20 Jahren sind somit längst abgelaufen. Nun prüft die Verwaltung, ob auch die damaligen Nutzungszeiten, die in der DDR teils bis zu 50 Jahre betrugen, erloschen sind. Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann die neue Nutzung als Ruhewald erfolgen.
Geplant ist, auf dem Gelände 50 Bestattungsbäume anzulegen. Jeder Baum soll sechs Urnengrabstellen bieten – insgesamt also Platz für rund 300 Urnen. Dabei können vorhandene Bäume genutzt oder neue Bäume nachgepflanzt werden. Bei aktuell 43 Einzelbaumbestattungen pro Jahr auf den kommunalen Friedhöfen wäre eine Vollbelegung des neuen Ruhewalds in etwa sieben Jahren erreicht.
´Wir freuen uns, dass die Verwaltung mit dem Friedhof in Görisgräben nun eine konkrete Möglichkeit gefunden hat, das Thema Friedwald in Brandenburg an der Havel umzusetzen´, so Bergholz. ´Damit können wir den Bürgerinnen und Bürgern eine weitere, naturnahe Bestattungsform anbieten.´ Die Freien Wähler sind zuversichtlich, dass die von der Verwaltung eingebrachte Berichtsvorlage in der Stadtverordnetenversammlung breite Unterstützung finden wird.
Mit dem geplanten Ruhewald in Görisgräben könnte Brandenburg an der Havel bald eine moderne und zugleich naturverbundene Form der Bestattung anbieten. Was andernorts längst gelebte Realität ist, könnte so auch hier zu einem würdevollen Ort der Erinnerung im Einklang mit der Natur werden."
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