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Leserbrief: Reaktion des Tierheims Brandenburg auf einen Social Media-Post der Stadt

Leserbriefe
  • Erstellt: 02.12.2025 / 15:01 Uhr von Janett Alschewski
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, der jüngste [Beitrag der Stadtverwaltung Brandenburg über die Entwicklung mehrerer Hunde] hat bei vielen Menschen Interesse geweckt – bei denen, die mit den Fällen tatsächlich befasst waren, jedoch vor allem eines: Irritation.
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Wenn all diese Angaben zutreffen, stellt sich unweigerlich die Frage, warum das Tierheim über Jahre hinweg keinerlei Informationen durch das Veterinäramt erhalten hat. Kein Austausch, keine Protokolle, keine Rückmeldungen – nicht einmal die Zusammenarbeit mit dem vertraglich zuständigen Tierarzt fand statt. Statt Transparenz herrschte Funkstille.

Zudem entsteht durch die Art der Darstellung der Eindruck, als seien sowohl die Behandlung der Hunde im Tierheim als auch die tierärztliche Betreuung durch den Vertragstierarzt unzureichend gewesen und die Hunde hätten letztlich nur durch das Veterinäramt „gerettet“ werden können.

Umso verblüffender ist es, dass nun plötzlich ausführliche Fallberichte vorliegen, die nicht etwa dem Tierheim selbst, sondern der Öffentlichkeit präsentiert werden – über die Social Media Kanäle. Und das obwohl das Tierheim mehrfach, beharrlich und dokumentiert nach Informationen gefragt hat. Dass diese Antworten nun ausgerechnet in den sozialen Medien erscheinen, lässt den Kommunikationsweg zumindest nicht naheliegend erscheinen.

Auch der Zeitpunkt wirft Fragen auf: Die Veröffentlichung erfolgt kurz vor dem Weihnachtsfest des Tierheims, einer der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Ob Zufall oder nicht – der Eindruck einer bewusst gewählten Bühne entsteht zwangsläufig.

Ebenfalls stellt sich die Frage, ob die Aktion möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ausscheiden des derzeitigen Oberbürgermeisters steht. Ein solcher zeitlicher Gleichlauf mag Zufall sein, aber die Öffentlichkeit hat das Recht, ihn hinterfragen zu dürfen.

Wenn also alles so reibungslos, sorgfältig und gut dokumentiert verlaufen ist, wie der Beitrag suggeriert, bleibt nur eine Frage offen: Warum wurden diese Informationen ausgerechnet demjenigen vorenthalten, der direkt für die Tiere Verantwortung getragen hat: dem Tierheim?

Eine klare, nachvollziehbare Antwort wäre im Sinne aller Beteiligten – und vor allem im Sinne der Tiere.

Margit Kirsch, Patin von Claire und Janett Alschewski, Patin von Wilko


Bitte beachten: Meldungen in der Rubrik "Leserbriefe" geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sie sind ein persönlicher Text des jeweiligen Verfassers. Einsendungen sind unter [info@meetingpoint-brandenburg.de] möglich.

Bilder

Claire mit Patin Margit beim Training (c) Tierheim Brandenburg
Janett Alschewski mit Wilko
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