Für die Mitarbeiter des Brandenburger Theaters hieß es heute mit Arbeitsbeginn, die Wischlappen und den Mob in die Hand zu nehmen, anstatt ihrer gewohnten Arbeit nachzugehen. In den Morgenstunden hatte aus bislang unbekannten Gründen die Sprühflutanlage im Großen Haus ausgelöst und binnen kürzester Zeit den Zuschauerraum, den Orchestergraben und Lagerräume unter Wasser gesetzt. Nach ersten Schätzungen seitens des Theaters könnten 30.000 bis 50.000 Liter Wasser ausgetreten sein. Im Tagesverlauf werden Krisensitzungen durchgeführt, um über den Spielbetrieb ab Sonntag zu entscheiden.
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Wie die Theaterleitung informierte, waren gestern eine Wartungsfirma und der TÜV im Theater im Einsatz, um die Sprinkleranlage zu prüfen. Ob das im Zusammenhang mit der Auslösung der Anlage und dem Auslösen der Brandmeldeanlage in der Nacht steht, konnte noch nicht gesagt werden. Die Feuerwehr wurde durch das Auflaufen der Brandmeldeanlage gegen 4:50 Uhr alarmiert und rückte in die Grabenstraße aus. Die Feuerwehr schieberte die Sprinkleranlage ab und übergab die Einsatzstelle ans Theater.
Das Theater teilt weiter mit, dass die zuständigen Versicherungen informiert wurden und Kollegen von Gebäude- und Liegenschaftsmanagement der Stadt den Schaden begutachtet haben. Das Große Haus steht zu Teilen unter Wasser, der Orchestergraben ist vollgelaufen, viele Scheinwerfer sind nass und müssen auseinandergebaut werden. Die Schäden an Parkett, Trockenbau und Bühnentechnik, so zum Beispiel Saalpodien, sind noch nicht absehbar. Die Haustechnik dokumentierte den Schaden. Der Strom in der Bühnentechnik wurde abgeschaltet und die Fahrstühle teilweise außer Betrieb genommen.
Die sieben Vorstellungen für das Weihnachtsmärchen, ein Gastspiel aus Schwedt, wurden und werden abgesagt, da das Große Haus gesperrt und außer Betrieb genommen wurde. Betroffen davon waren heute auch über 100 Kinder. Die Schüler aus Grundschulen in Brandenburg an der Havel, Pritzerbe und Radewege wollten am Mittwoch das Wintermärchen „Der Lebkuchenmann“ im Großen Haus des Theaters sehen. Das musste nun ausfallen und auch die Bühnenkulisse wurde abgebaut. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist unterdessen nicht einschätzbar.