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Warum ein Auslandspraktikum junge Köche verändert

Regionales
  • Erstellt: 04.02.2026 / 08:01 Uhr von ant
Zwei Koch-Azubis aus Brandenburg an der Havel absolvierten kürzlich ein dreiwöchiges Praktikum auf Kreta und tauchten in die Welt der mediterranen Aromen ein, entdeckten ungewohnte Arbeitsweisen und begegneten Menschen, deren Herzlichkeit ihren Alltag nachhaltig prägt.
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Vor allem beim Zubereiten und Unterscheiden verschiedener Fischarten, bei der Herstellung von Fischsoßen und bei der Beurteilung, ob ein Fisch frisch ist, fühlt sich Zoé Sophie Triebel inzwischen sicher. Die 17-Jährige hat ein dreiwöchiges Auslandspraktikum auf Kreta absolviert und dort schnell gemerkt, wie viel sie in dieser kurzen Zeit dazugelernt hat.

Schon am ersten Tag im gehobenen Fischrestaurant Ladókolla in Heraklion spürte die junge Frau, dass sie willkommen ist. „Die Leute wollten mir etwas beibringen und haben mich sehr geschätzt.“ In der Küche warteten weit mehr Aufgaben als nur das Filetieren von Fisch. Zoé Sophie Triebel lernte, wie man Teller ansprechend anrichtet, wie wichtig eine saubere, strukturierte Küche ist und wie man auch in stressigen Momenten konzentriert bleibt. „Das Praktikum war eines der schönsten Dinge, die ich erlebt habe“, resümiert die junge Frau, die ihre Ausbildung bei der Lafim-Diakonie Services im Evangelischen Seniorenzentrum Wilhelmsdorf in Brandenburg an der Havel absolviert.

Seit 2017 ermöglicht die Lafim-Diakonie ihren Kochazubis Auslandspraktika, um neue Perspektiven und Arbeitsweisen kennenzulernen. Sieben Auszubildende haben diese Chance bereits genutzt und neue Berufserfahrungen in der Schweiz, Frankreich, Malta, Italien und nun auch Griechenland gesammelt. „Es geht darum, über den Tellerrand zu schauen, andere Abläufe, Gewürze und Techniken kennenzulernen“, erklärt Marleen Müller, regionale Ausbildungskoordinatorin bei der LafimDiakonie.

Auch Julian Maisen kehrte mit starken Eindrücken zurück. Er war zeitgleich mit Zoé auf Kreta und sofort begeistert vom Ambiente und den Menschen. „Alle waren sehr freundlich und haben mich schnell aufgenommen“, erzählt der 18-Jährige, ebenfalls im ersten Jahr seiner Kochausbildung bei der Lafim-Diakonie. Im Ladókolla-Restaurant in Heraklion unterstützte er ebenfalls das Team – in einer Küche, in der alles frisch zubereitet und verarbeitet wird. „Der Fisch wurde vor Ort ausgenommen, genauso wie die Garnelen und Tintenfische“, sagt der junge Mann.

Drei Wochen voller Eindrücke nahm Julian Maisen mit zurück nach Brandenburg an der Havel und die Erkenntnis, dass es unzählige Arten des Kochens gibt. „Ich könnte mir in Zukunft vorstellen, mal im Ausland zu arbeiten und mir die Küchen der Welt anzuschauen.“

Über das Erasmus+Programm eröffnet die Lafim-Diakonie jungen Menschen die Möglichkeit, ein Stück Welt kennenzulernen – unabhängig von finanziellen oder familiären Voraussetzungen. Die Erfahrungen bringen die Azubis zurück in ihre Teams. „Gerade, weil wir immer mehr Mitarbeitende mit Migrationshintergrund beschäftigen, sind interkulturelle Kompetenzen ein echter Gewinn“, sagt Marleen Müller von der Lafim-Diakonie.

Bilder

Von Brandenburg an der Havel nach Kreta: Julian Maisen (rechts im Bild) mit dem Chef des Fischrestaurant Ladókolla in Heraklion. Foto: Lafim-Diakonie
Julian Maisen aus Brandenburg an der Havel vor dem Fischrestaurant Ladókolla auf Kreta. Foto: Lafim-Diakonie
Julian Maisen und Zoé Sophie Triebel aus Brandenburg an der Havel haben in Heraklion über Erasmus+ ein dreiwöchiges Praktikum absolviert. Foto: Lafim-Diakonie
Carpaccio vom Riesenzackenbarsch mit selbst hergestelltem Olivenöl aus eigenem Anbau und selbstgebackenem Brot: im Restaurant Ladókolla haben Julian Maisen und Zoé Sophie Triebel während ihres dreiwöchigen Praktikums viel über Fischgerichte gelernt. Foto: Lafim-Diakonie
Hier haben Julian Maisen und Zoé Sophie Triebel während des Praktikums auf Kreta Kraft getankt: Am alten Hafen von Heraklion an der venezianischen Festung Koules. Foto: Lafim Diakonie
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