Im Archäologisches Landesmuseum Brandenburg steht am Sonntag, 22. Februar, eine Sonderführung auf dem Programm. Im Mittelpunkt stehen eine Gussform und ein passgenauer Abguss eines bronzenen Radkreuzes aus dem slawischen Mittelalter. Bereits vor rund 40 Jahren wurde bei Ausgrabungen am Spandauer Burgwall eine Gussform geborgen. Mit ihr ließ sich ein Ring mit einer darin befindlichen Figur herstellen, die als Darstellung des gekreuzigten Jesus interpretiert wird. Das sogenannte Spandauer Kreuz gilt als früheste dem Christentum zugerechnete Darstellung in der Region und wird in das 10. oder 11. Jahrhundert datiert.
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Vor Kurzem gelang der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow im Havelland ein weiterer Fund: ein bronzener Abguss dieses Kreuzes. Der Neufund ließ sich problemlos in die historische Gussform einpassen. Damit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass das Objekt tatsächlich mit dieser Form gefertigt wurde.
Beide Funde werden noch bis zum 11. März erstmals gemeinsam im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg gezeigt, bevor sie anschließend auch in Berlin zu sehen sein werden.
Die Sonderführung übernimmt Lukas Goldmann, Referent für das Slawische Mittelalter beim Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. In seinem Vortrag stellt er aktuelle Erkenntnisse und wissenschaftliche Überlegungen zum Spandauer Kreuz vor. Thematisiert werden zudem archäologische Spuren und Schriftquellen, die Hinweise auf die heidnische Glaubenswelt sowie auf die Christianisierung der Westslawen geben.
Eckdaten
Datum: 22. Februar 2026
Uhrzeit: 14 Uhr (Dauer ca. 1 Stunde)
Eintritt: 5 Euro | ermäßigt 3,50 Euro | Familien 10 Euro | Kinder unter 10 Jahren frei
Führungsgebühr: keine
Eine verbindliche Anmeldung ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr unter 03381 / 4104112 möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Veranstaltungsort
Archäologisches Landesmuseum Brandenburg
Neustädtische Heidestraße 28
14776 Brandenburg an der Havel