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Der Reckahner Lehrer Heinrich Julius Bruns verstarb bereits mit 48 Jahren

Historisches
  • Erstellt: 16.05.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Der Reckahner Gutsherr Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805) ließ seinem Dorflehrer Heinrich Julius Bruns nach dessen Tod im Gutspark ein Denkmal errichten. Am Ende des 18. Jahrhunderts war es ein Novum, dass ein Bürgerlicher ein Denkmal erhielt. Bei Rochow war es vielleicht auch ein wenig schlechtes Gewissen. Denn Heinrich Julius Bruns starb am 23. September 1794 an Schwindsucht. Da war er gerade erst 48 Jahre alt. Als Lehrer gehörte Heinrich Julius Bruns sicherlich nicht unbedingt zur Risikogruppe für die Schwindsucht. Doch sein Arbeitsvolumen war geradezu riesig. Neben seinen Pflichten als Lehrer führte er auch das Verzeichnis der Besucher der Reckahner Schule. In den zwei Jahrzehnten gab es immerhin 1200 Besucher.
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Und die hospitierten dann auch noch zum Teil wochenlang. Darunter waren Regenten, Minister oder auch Pädagogen. So ganz nebenbei bildete Bruns auch noch 60 junge Männer zu Lehrern aus.

Heinrich Julius Bruns wurde am 29. Juni 1746 im halberstädtischen Dorf Rohrsheim geboren. Der begabte Junge aus einer wenig bemittelten Familie erhielt nach dem Besuch der heimatlichen Dorfschule eine Freistelle an der Halberstädter Domschule. Dort wurden ihm überdurchschnittliche Leistungen attestiert. Mit 19 Jahren lernte Bruns den zwölf Jahre älteren Friedrich Eberhard von Rochow kennen, der seit dem Jahre 1862 Domherr in Halberstadt war.

Der Gutsherr nahm ihn 1865 als Schreiber und Musikus unter Vertrag. Als Bruns 1771 in Halberstadt jedoch eine Stelle als Lehrer und Organist angeboten bekam, griff er zu. Doch am 2. Januar 1773 war er wieder zurück bei Rochow. Nun in Reckahn als Lehrer, Kantor und Organist. Er bezog ein Gehalt von 120 Talern, freie Wohnung und Brennholz. Rochow legte noch 60 Taler drauf, so dass Bruns ein überdurchschnittliches Gehalt bezog. Nach einem Jahr konnte er dann sogar in der nagelneuen Reckahner Dorfschule unterrichten, die heute das Schulmuseum beherbergt.

1776 heiratete Bruns. Nach der Geburt von drei Kindern verstarb seine Ehefrau. 1782 trat er nochmals vor den Altar. Seine zweite Frau gebar vier weitere Kinder. 1794 sollte Bruns auf Vorschlag Rochows Seminardirektor der Halberstädter Lehrerbildungseinrichtung werden. Doch bevor er das Amt antreten konnte, verstarb er. Auf dem Denkmal im Schlosspark steht schlicht: „H. J. Bruns. Er war ein Lehrer“. Sein Grab befindet sich direkt neben der Kirche. Seit 1883 ist es allerdings erst von einem Eisengitter umgeben.

Bilder

Der Künstler Heinz Günter Mikalo verewigte 1984 den Lehrer Bruns auf einem Gemälde, das sich im Schulmuseum befindet. / Foto: Alert
Das Denkmal im Park vor etwa 100 Jahren. / Foto: Archiv Alert
Das Bruns-Denkmal sieht heute nach einer Restaurierung so aus. / Foto: Alert
Die Grabstätte von Heinrich Julius Bruns. / Foto: Alert
Das heutige Schulmuseum war der Arbeitsplatz von Heinrich Julius Bruns. / Foto: Alert
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