Im alten Wusterwitzer Postgebäude in der Ernst-Thälman-Straße steht ein großer stählerner Tresor. Als die einstige Kaiserliche Post im Jahre 2003 geschlossen wurde, ließ man den Geldschrank zurück. Der Schlüssel steckt heute noch. Als der Wusterwitzer Maximilian Wolter die Immobilie vor einem Jahr erwarb, versuchte er natürlich den Tresor zu öffnen. Doch trotz intensiven Suchens blieb die Kombination für das Zahlenschloss unauffindbar. Mittlerweile hat Wolter Kontakt mit ehemaligen Post-Mitarbeitern aufgenommen. Doch auch die konnten nicht helfen.
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Der Tresor ist ein Produkt der Magdeburger Firma Petzold, die ab 1854 Geldschränke, Tresoranlagen und Wandgeldschränke produzierte. Da der eingeschossige Anbau an das zweigeschossige Backsteingebäude im Jahre 1911 entstanden ist, dürfte da auch der Tresor aufgestellt worden sein. Zumal der Tresor durch keine Tür passt. Er dürfte per Kran während der Bauphase hineingehievt worden sein. „Er dürfte etwa eine Tonne wiegen“, so Neu-Eigentümer Maximilian Wolter. Im darunterliegenden Keller wird der Tresor durch einen Pfeiler zusätzlich getragen. „Da liegt nichts mehr drin. Schließlich musste die Kasse immer stimmen“, ist die Kirchmöseranerin Sabine Siegmund überzeugt. Sie leitete von 1983 bis 1993 das Postamt. Alle Postämter waren mit handelsüblichen Geldschränken ausgestattet. Schließlich zahlte die Post lange auch noch die Rente aus, lagen zum Teil große Bargeldmengen in den Tresoren. Doch zu erwarten ist, dass der Wusterwitzer Tresor leer ist. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Die Firma „heerum“ aus dem niedersächsischen Hasbergen ist spezialisiert auf das Öffnen von Tresoren. Dabei wird ein Loch in die Tür gebohrt und dann per Videoendoskopie die Kombinatiom ermittelt. Dagegen greift der hiesige Schlüsseldienst Michalek auf die klassische Methode zurück. „Ich habe eine spezielle Ausbildung absolviert“, verrät Michalek-Geschäftsführer Stefan Neuefeind. Dabei höre man per Stethoskop, was das Schließsystem im Inneren macht, wenn man am Zahlenschloss dreht. Daraus könne man am Ende die Kombination errechnen. Das könnte laut Neuefeind allerdings einige Stunden dauern.