Im Jahre 1962 feierte die Brandenburger Firma Paul Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen. Da allerdings schon in der 1938 in Berlin-Wilmersdorf begründeten Filiale, die 1961 Hauptsitz geworden war. Das am 1. Februar 1862 durch August Sonntag gegründete Unternehmen entwickelte sich vor dem 2. Weltkrieg zu einem Großunternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern. Sitz war der Neustadt Markt 5/6, erstreckten sich die Produktionsgebäude jedoch bis zum Deutschen Dorf. Heute erinnert im SWB-Park eine Straße an den Unternehmer.
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Der Kupferschmiedemeister August Sonntag begann mit einer Kupferschmiederei. Nach und nach kamen der Apparatebau, eine Installations- und Heizungsabteilung, eine Gießerei und eine Dreherei hinzu. 1891 übernahm der damals 26-jährige Paul Sonntag. Sitz war der Neustädtische Markt 5. 1909 entstand dann aber auf dem Neustädtischen Markt 5/6 das heute noch existierende viergeschossige Mietwohn- und Geschäftshaus. 1925 hatte das Unternehmen bereits um die 200 Mitarbeiter.
Die Firma baute in der Doppelgemeindeschule, bei Brennabor, im Neustädtischen Rathaus, bei Excelsior, in der Elisabethhütte oder auch im Walderholungsheim Fohrde vor allem Heizungsanlagen ein. Da existierte auch schon ein technisches Büro, das die Anlagen plante. Die Firma Sonntag verfügte aber auch über einen Verkaufs- und Ausstellungsraum sowie über ein Musterlager. So entwickelte sich "Paul Sonntag" zur größten Firma dieser Art in Mitteldeutschland.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Unternehmen, das nicht in die Kriegsproduktion involviert war, deutlich verkleinert mit nun 35 Mitarbeitern fortgeführt. Wegen einer Schmuggel-Anklage wurde Bruno Sonntag 1949 bis 1951 in Bautzen inhaftiert. 1955 starb Paul Sonntag. In den 1960er Jahren erfolgte, obwohl die Enteignung erst 1969 vollzogen wurde, die Umwandlung in den VEB Technische Gebäude-Ausrüstung (TGA). Da nutzen die Druckerei "Wilhelm Bahms" und der Theaterfundus bereits Gebäude des einstigen Groß-Unternehmens. Auch deshalb zog die TGA 1979 in einen Neubau in die Upstallstraße.