Zwischen dem Gollwitzer Schloss und der Dorfkirche steht ein kleiner rechteckiger Putzbau. Im Jahre 1851 ließ die damalige Gutsherrin Marie (1817-1893) und ihr Mann Friedrich Carl von Hagen (1801-1880) das kleine Gebäude in Formen der Schinkelschule errichten, um es als Gebetskapelle zu nutzen. Zugleich war der Bau aber auch ein Mouseleum. Denn die Herren von Gollwitz und Plötzin brachte die Särge ihrer Mutter Henriette Charlotte Tiebe (1786-1837) und ihres Vaters Jakob (1781-1840) in die Kapelle, wo sie unter einer gemalten Kassettendecke in einer Art Vertiefung standen.
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Hinunter kam man über drei Stufen. Die Fenster wurden bunt verglast und das Dach war mit Zinkblech belegt. Im Jahre 1935 plante Hertha von Rochow mit Pastor Hoffmann die Umwandlung der Kapelle in eine Leichenhalle für die Gemeinde. Die beiden Särge ihrer Urgroßeltern verschwanden im Zuge der Umnutzung unter einer starken Balkenlage. Bis dahin war es üblich die Verstorbenen im Wohnzimmer oder in der Scheune aufzubahren.
Im Spätherbst des Jahres 2000 begann die Sanierung der einstigen Kapelle. Der zwei Jahre zuvor gegründete Förderverein hatte unter anderem durch den Verkauf eines Backbuches zum geforderten Eigenanteil mit beigetragen. Im Frühjahr 2001 waren die Arbeiten dann erfolgreich abgeschlossen, erstrahlt der Schinkelbau seitdem in einem kräftigen ockergelben Farbton.