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Marktschwärmer kämpfen weiter: Nach Ulis Tod trägt Angelika die Idee in die Zukunft

Regionales
  • Erstellt: 28.05.2026 / 08:01 Uhr von Antonia Wünschmann
Noch vor einem Jahr stand das Projekt “Marktschwärmer” in Brandenburg an der Havel kurz vor dem Aus. Heute kämpft es mehr denn je ums Überleben: Die Marktschwärmer haben einen wichtigen Motor verloren. Ulrich „Uli“ Boldt, der die Initiative mit großem persönlichen Einsatz getragen hat, ist vor wenigen Wochen verstorben. „Uli war eine unvorstellbar gute Seele, so hilfsbereit“, sagt Angelika Fietze-Glawe. Sie hat das übernommen, was zuletzt auf der Kippe stand: die Organisation der wöchentlichen Verteilung regionaler Produkte. Für sie ist klar, dass es dabei längst um mehr geht als nur um Lebensmittel.
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Angelika Fietze-Glawe kennt die Marktschwärmer seit Jahren. 2014 war sie eine der ersten Erzeugerinnen, die sich beteiligten. Damals baute sie mit ihrem Mann eine Gärtnerei im Märkischen Luch auf. Inzwischen hat sie den Betrieb abgegeben – geblieben ist ihr Engagement für die Idee. Als Uli Boldt Ende vergangenen Jahres aufgeben wollte, sprang sie ein. „Wenn es auch klein ist – wir machen weiter“, sagt sie. Doch einfach ist das nicht. Die Zahl der Bestellungen ist gering und aktuell beteiligen sich nur noch sieben bis acht Erzeuger. Für viele lohnt sich der Aufwand kaum. „Du fährst 30 Kilometer und verdienst am Ende vielleicht zehn Euro“, beschreibt sie die Realität.

Für Angelika Fietze-Glawe liegt das Problem tiefer. Sie beobachtet einen gesellschaftlichen Wandel: weg vom direkten Kontakt, hin zu maximaler Bequemlichkeit. Lieferdienste, Onlinehandel, Selbstbedienungskassen – all das ersetze Begegnung. „Die Leute wollen alles geliefert bekommen. Aber genau dieser Kontakt fehlt“, sagt sie. Für sie ist das mehr als Nostalgie: „Dieses kleine Gespräch, dieses Miteinander – das ist wichtig. Auch für die psychische Gesundheit.“ Die Marktschwärmer setzen bewusst einen Gegenentwurf: Kunden bestellen online, holen ihre Waren aber persönlich ab. Mittwochs in der Rathenower Straße entsteht so ein Ort, an dem Produzenten und Verbraucher direkt miteinander sprechen.

Auch wirtschaftlich sieht Angelika Fietze-Glawe klare Unterschiede zum klassischen Handel. Während große Supermarktketten Preise diktieren, können Erzeuger bei den Marktschwärmern selbst kalkulieren. „Das sind realistische Preise. Und wenn man kleine Preissteigerungen erklärt, verstehen die Kunden das auch“, sagt sie.

Trotz der aktuell fehlenden Kunden hält sie an der Idee fest. Ihr Wunsch: dass mehr Menschen wieder bewusster einkaufen – und den Wert regionaler Lebensmittel erkennen. „Die Leute müssen wieder entdecken, was sie essen“, sagt sie. Eine Bühne bekommt das Thema bereits heute Abend ab 18.30 Uhr: Angelika Fietze-Glawe wird als Gast bei der öffentlichen Diskussion über gestiegene Lebensmittelpreise im Haus der Offiziere in Brandenburg an der Havel dabei sein – und dort für die Zukunft der Marktschwärmer werben.

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Der direkte Weg zu den Marktschwärmern Brandenburg: [Klick].

Bilder

Angelika Fietze-Glawe züchtet seit Neuestem reinrassige weiße Pomeranian (Zwergspitze) Typ Teddy.
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