Ab 1885 entwickelte sich das heutige Wilhelmsdorfer Karree zu einem Industriestandort. Die Firma C. F. Richter baute den Komplex, der anschließend von Brennabor und nach dem 2. Weltkrieg vom VEB Kraftfahrzeuginstandsetzung genutzt wurde. Heute sind auf dem Gelände noch „Norma“ oder auch eine Reparaturwerkstatt zu finden. Doch nicht mehr lange. Die Edeka-Genossenschaft will das gesamte Areal, das es 2021 erworben hat, umgestalten. Geplant sind ein Markt und Wohnungen.
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m Jahre 1885 richtete Christian Friedrich Richter auf 625 Quadratmeter eine Reparaturwerkstatt mit zehn Mitarbeitern für landwirtschaftliche Geräte ein. Daraus entwickelte sich die „Landwirtschaftliche Maschinenfabrik C.F. Richter“. Auf 8500 Quadratmeter entstanden in der Folgezeit Fabrikgebäude, bereits 1887 ein stattliches Wohnhaus und ein später aufgestocktes Kutscherhaus. 1900 brannte die Fabrik zwar nieder, doch 1903 entstanden zwei Gebäude-Riegel – zwei- und dreigeschossig - mit großem Innenhof. Noch komplett vorhanden ist das einstige Pförtnerhäuschen.
Mitte der 1920er Jahre erwarb Brennabor den Fabrikkomplex und richtete ein Brennabor-Autoreparatur-Werk und ein großes Lager für Ersatzteile ein. Nach US-Vorbild kam dann noch ein Gebrauchtwagenhandel hinzu. Das war neu in Deutschland. Bei den Fliegerangriffen 1944/45 erlitt das Werk große Schäden. Die Gebäudereste übernahm 1948/49 der VEB Kraftfahrzeuginstandsetzung Brandenburg (KIB). Erst 1968 wurden die noch vorhandenen Gebäude wieder aufgestockt und entstand auch ein Heizhaus. Auf dem Gelände wurden LKW´s wie W50, H 3A, S4000 und Robur sowie Busse repariert.
Zumindest bis zur Wende. Dann übernahm die Autocenter Havelland GmbH. Schornsteine und Gebäude wurden abgerissen. Aus der alten Fabrikhalle wurde ein Autohaus. In die ehemalige Kfz.-Werkstatt und dem Ersatzteillager zog ein Einkaufsmarkt ein. Hinzu kamen ein Getränke-Abholmarkt, die Drogerie Schlecker, eine Fahrschule, eine Kampfsportschule sowie ein Reisebüro.