Seit September 2013 steht die Villa Krüger unweit der Luckenberger Brücke leer. Zumindest fast leer. Denn jetzt wurde ein Waschbär auf dem Schornstein entdeckt. Somit gerät die einstige Villa des Fabrikanten Julius Krüger wieder in den Fokus. Eigentlich sollte der stattliche Putzbau mit Mansardwalmdach längst ein Boutique-Hotel mit 25 Betten beherbergen. Doch dieses Vorhaben wurde vom Eigentümer bereits voriges Jahr wegen zu hoher Kosten beerdigt.
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Um 1880 ließ sich Julius Krüger an dieser Stelle mit Blick auf die Havel ein Haus errichten. Sechs Jahre zuvor hatte er im Bereich der Neuendorfer Straße eine Eisengießerei und Maschinenfabrik errichten lassen. Er benannte die Firma nach seiner Frau Elisabeth, also Elisabethhütte. 1896 kaufte er in der heutigen Caasmannstraße ein Grundstück. Links der Straße entstanden die Eisengießerei und rechts die Maschinenfabrik. Parallel verkaufte er das alte Grundstück, um die neue Fabrik finanzieren zu können.
Von 1906 bis 1910 ließ er sich von dem renommierten Architekten Paul Schultze (1869-1949) aus Naumburg, der auch Celilienhof in Potsdam entwarf, sein Wohnhaus zu einer stattlichen Villa umgestalten. Die Zuwegung erfolgte damals noch von der Luckenberger Straße aus. Julius Krüger starb 1912 und vererbte seinem Sohn Gottfried die Villa. Doch 1930 ging das Unternehmen pleite. Die Villa fiel an eine Berliner Bank. 1945 beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst (NKWD) das Haus. Im Keller wurde ein Gefängnis eingerichtet. Erst 1954 verließ der Geheimdienst der Besatzungsmacht die Immobilie. Danach zog eine Kindertagesstätte in die Krüger-Villa ein. 2013 schloss die Kita „Gertrud Piter“ jedoch ihre Pforten.
Im Jahre 2017 erwarb die „Denkmal Invest Brandenburg“ von René Pröfrock das 9500 Quadratmeter große Grundstück nebst Villa, einem Anbau und einem Wirtschaftstrakt von der Stadt. Sowohl Villa als auch Grundstück stehen unter Denkmalschutz. Geplant war ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, Spa, Saal und einem Schiffsanleger. Doch sowohl die Abstimmungen mit der Denkmalpflege als auch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kosteten Zeit. Die ständig steigenden Baukosten ließen letztlich ein wirtschaftliches Bauen nicht mehr zu.