Durch den Verkauf von Kies für den Autobahnbau nahm die Reckahner Kirchengemeinde in den 1930er Jahren so viel Geld ein, dass sie sich im Jahre 1937 eine nagelneue Schuke-Orgel leisten konnte. Das war laut dem Protokollbuch der Kirchengemeinde auch dringend notwendig, da das alte Instrument geradezu auseinanderfiel. Die Potsdamer Firma stellte schließlich ein neues Instrument mit 550 Pfeifen auf. 2013 wurde die Reckahner Orgel umfassend restauriert.
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Über 150 Jahre lang wurde in der 1739 bis 1741 errichteten Reckahner Barockkirche zu den Gottesdiensten jedoch auf einer Orgel von Johann Ephraim Hübner (1713-1781) gespielt. Der trug seit 1765 den Titel Universitäts-Orgel-Baumeister. Der Schüler von Johann Ernst Hähnel baute übrigens auch die Orgeln in Fredersdorf und Wiesenburg. Sein Betrieb befand sich in Wittenberg und Düben.
Lange war man davon ausgegangen, dass damals eine gebrauchte Orgel erworben worden war. Doch im Jahre 2003 entdeckte der damalige Pfarrer Gerke Pachali eher zufällig den falsch abgelegten Quittungsbeleg für die 1773 eingebaute Orgel. Demnach kostete das „neuerbaute“ Instrument 190 Taler. Die Rechnung beglich am 26. Juni 1773 „baar und richtig ausgezahlt“ der Baron von Rochow, also der als Schulreformer berühmte Friedrich Eberhard von Rochow.
Ob bei der Einweihung der Kirche noch auf eine Orgel verzichtet worden war, ist nicht bekannt. Friedrich Eberhard von Rochow erbte 1760 die Güter. Im Januar 1773 wurde das neue Schulgebäude eingeweiht und zugleich Heinrich Julius Bruns als Lehrer und auch als Organist eingestellt. Und Mitte des Jahres war dann auch die Hübner-Orgel – wohl vor allem für Bruns angeschafft - spielbereit. Bis zu seinem Tode 1794 dürfte Heinrich Julius Bruns das Musikinstrument zu den Gottesdiensten und anderen Anlässen zum Klingen gebracht haben.