Sucht man in Prützke bei Lehnin nach historischen Persönlichkeiten, stößt man unweigerlich auf den Namen Walter Höhndorf. Der am 10. November 1892 geborene Sohn des damaligen Prützker Dorfschullehrers entwickelte sich im Ersten Weltkrieg zu einem gefeierten Jagdflieger-Ass, war aber vor allem ein sehr begabter Flugzeugkonstrukteur. Er war der erste Deutsche, der in einem von ihm konstruierten Doppeldecker Loopings flog. Obwohl er im Ersten Weltkrieg ums Leben kam, ist sein Name nicht auf dem Prützker Kriegerdenkmal zu entdecken.
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Denn schon bald nach seiner Geburt zogen seine Eltern nach Brandenburg, wo Walter Höhndorf die ersten Schuljahre absolvierte. Später ist er dann auf der Hohenzollern-Oberrealschule in Schöneberg zu finden. Der dortige Abschluss berechtigte zum Studium an einer Technischen Hochschule. Aufgrund seiner Leidenschaft für den Maschinenbau machte Walter Höhndorf schließlich eine Ausbildung im Bereich der Automobil- und Flugzeugtechnik.
Mit 21 Jahren erlernte er in Paris das Fliegen und erwarb dann in Deutschland das Flugzeugführerpatent Nummer 582. Mit diesen Erfahrungen heuerte Walter Höhndorf am 1. Januar 1914 als Chefkonstrukteur und Werkspilot bei den Union-Flugzeugwerken in Teltow an. Am 22. August 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zur Fliegertruppe. Bereits im Oktober 1914 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Bereits ein halbes Jahr später wurde er Leutnant der Reserve. Das ermöglichte ihm zwischenzeitlich, als Testpilot in Berlin und Erlangen zu arbeiten, um seine bisherigen Fronterfahrungen für Veränderungen an den Flugzeugen zu nutzen.
Noch 1915 war er wieder an der Front und konnte auch dank der technischen Verbesserungen an seinem Flugzeug erste Abschüsse von gegnerischen Maschinen verbuchen. Vom 10. April bis 19. Juli 1916 folgten gleich sieben Abschüsse. Dafür erhielt der mittlerweile umjubelte Jagdflieger am 20. Juli den Tapferkeits-Orden Pour le Merite. Am 17. September 1916 konnte Höhndorf seinen zwölften Luftsieg feiern. Im Jahre 1917 wurde er Fluglehrer in der Jagdstaffelschule und am 15. August 1917 Kommandeur der an der Westfront stationierten Jagdstaffel 14. Am 15. September 1917 stürzte er bei einem Flugunfall mit einer selbst konstruierten Maschine ab und starb. Ihm wurde in Ire-le-Sec bei Montmedy ein heute noch vorhandenes Denkmal errichtet. Er selbst wurde auf dem Friedhof Berlin-Schönberg beigesetzt.