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Auch der Bau von Automobilen konnte die Kondor-Fahrrad-Werke nicht retten

Historisches
  • Erstellt: 04.07.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die Firmen Brennabor oder auch Excelsior produzierten über Jahrzehnte Fahrräder. Den Kondor-Fahrrad-Werken waren dagegen nur sieben Jahre vergönnt. Das ab Herbst 1895 Fahrräder herstellende Unternehmen setzte schließlich fast eine Million Mark in den Sand. Das einzige heute bekannte Kondor-Fahrrad ist im Brandenburger Fahrrad-Museum von Günther Bauch in der Rathenower Straße 8 zu finden.
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Das Kondor-Werk ging aus einer Schlosserei hervor. Leopold Liepe war nachweislich schon 1870 in der Neustädtischen Heidestraße 52 tätig. 1894 übernahm sein Sohn Paul und der holte sich im März 1895 Herrmann Breest als Teilhaber mit ins Boot. Damit war genug Geld da, um neue Fabrikgebäude in der Wredowstraße 10 zu errichten. Im Firmennamen tauchten zwar noch Gas- und Wasserleitungen sowie Zentralheizungen auf, doch konzentrierte man sich nun voll auf die Produktion von Zweirädern.

Im Juli 1897 wurde das Unternehmen mit einem Grundkapital von 450.000 Mark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Bis 1899 wurde das Kapital auf eine Million Mark erhöht. 300 Mitarbeiter sorgten anfangs noch für eine hohe Dividende. Doch nach und nach überschwemmten billige amerikanische Räder den Markt, verrosteten die Kondor-Fahrräder in den Lagerräumen.

Als Ausweg sahen die Firmenchefs schließlich den Bau von Automobilen. Schon bald, Mitte 1900, rollten die ersten Kraftfahrzeuge aus der Werkhalle. Die kleinen Motorwagen waren für zwei bis vier Personen ausgelegt und schafften 30 km/h. Auf Messen und auch Motorsportveranstaltungen erhielten die Kondor-Automobile viel Lob. In der zweiten Jahreshälfte wurden zwar 40 Fahrzeuge verkauft, doch wegen der hohen Kosten der Umstellung wurden rote Zahlen geschrieben.

Wohl schon fast aus Verzweiflung baute man nun zusätzlich noch Motorboote. Doch auch das konnte das Unternehmen nicht mehr retten. Am 21. Dezember 1901 beschloss die Generalversammlung die Auflösung der Aktiengesellschaft. Im Jahr darauf folgte die Liquidation.

Die Betriebsräume wurden ab 1903 durch Excelsior genutzt. Im 1. Weltkrieg wurde das Hauptgebäude als Getreidespeicher genutzt und 1919 zog die Gundka-Spielwarenfabrik ein. Ab 1930 hatte die Waffelfabrik König hier ihren Sitz. Vor einigen Jahren entwickelte die Firma Horn den vorderen Teil des Industrie-Ensembles zu einer Wohnanlage.

Bilder

Die Firma Kondor auf einer eigenen Darstellung der Fabrik. Foto: Archiv Alert
Hier produzierte die Firma Kondor erst Fahrräder und dann Automobile. Foto: Archiv Alert
Das Steuerkopfschild eines Kondor-Fahrrades. Foto: Alert
So sah ein Kondor-Automobil vor 125 Jahren aus. Foto: Archiv Alert
Heute beherbergt das Industrie-Ensemble eine Wohnanlage. Foto: Alert
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