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Leserbrief: Der Wusterwitzer See - ein Magnet für Touristen, Badegäste und Wassersportler

Leserbriefe
  • Erstellt: 10.07.2026 / 10:01 Uhr von Heinz Kretschmer
Der Wusterwitzer See ist ein Teil der havelländischen Kulturlandschaft, der landseitig verwaltungstechnisch zu Brandenburg an der Havel und zum Amt Wusterwitz gehört. Ein absolut kritischer Punkt ist die Verbindung zwischen dem Wusterwitzer See und dem Kleinen Wendsee – oft auch als „Wusterwitzer Durchstich“ oder Kanalverbindung bekannt, im Volksmund "Die Fahrt" genannt. Sie ist tatsächlich die Lebensader für den gesamten Wusterwitzer See. Dass diese Durchfahrt als Bundeswasserstraße (Teil der Unteren Havel-Wasserstraße) klassifiziert ist, unterstreicht ihre Bedeutung, die jedoch weit über den reinen Schiffs- und Bootsverkehr hinausgeht.
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Die Bedeutung für die Gemeinde Wusterwitz ist als ökologisches und wirtschaftliches Gesamtgefüge zu betrachten. Die Fahrt ist ein ökologischer „Bypass“ (Wasser- und Sauerstoffaustausch).

Der Wusterwitzer See ist hydrologisch gesehen stark auf diesen Zu- und Ablauf angewiesen. Ohne den kontinuierlichen Wasseraustausch mit der Havel-Wasserstraße über den Kleinen Wendsee würde der See riskieren, zu einem stehenden Gewässer mit minimaler Eigendynamik zu werden. Der Durchfluss sorgt dafür, dass frisches, sauerstoffreicheres Wasser hineintransportiert und stagnierendes, nährstoffüberlastetes Wasser abgeführt wird, auch wenn man den See als ablaufenden See bezeichnet.

Besonders in den immer heißer werdenden Sommern verhindert dieser Austausch, dass die Wassertemperaturen extrem steigen und es zu einem massiven Algenwachstum oder gar einem Fischsterben kommen kann. Die Wasserqualität (Algenwachstum – Sichttiefe) ist besonders in diesem Jahr schon sehr früh, aus unseren Beobachtungen heraus, als problematisch zu bezeichnen.

Lebensraum für Flora und Fauna
Für Fische und andere aquatische Lebewesen ist diese Enge eine wichtige Wanderungsroute. Viele Fischarten wechseln, je nach Jahreszeit, Wassertemperatur oder zur Laichzeit, zwischen den verschiedenen Seebecken und Flachwasserzonen. Schon jetzt heizt sich die Fahrt durch die Verschlammung und Verkrautung viel stärker auf als beide Seen und wirkt sich auch auf die Fischwanderung aus. Sie wirkt wie eine Tür.

Wird dieser Zu- und Ablauf blockiert oder verschlammt er zu stark, bricht diese biologische Brücke zusammen, was direkte Auswirkungen auf die Artenvielfalt im See hat. Festzustellen ist. dass die "Fahrt" sehr stark verschlammt ist und die Wassertiefe im gesamten verschlammten Raum verflacht ist.

Tourismus, Wohn- und Lebensqualität
Wusterwitz lebt von und mit seinem See. Die Schiffbarkeit und die Wasserqualität sind die harten Währungen für den lokalen Tourismus und ein Teil der Lebensqualität der Wusterwitzer Bürger. Gastliegeplätze, Badegäste, Bootsvereine, Angler, Campingpatz, Bootstourismus und die Gastronomie am Ufer hängen direkt von dieser Infrastruktur ab.

Für die Einwohner von Wusterwitz ist der See das Herzstück der Gemeinde. Ein sauberer, lebendiger See sichert den Freizeitwert (Baden, Angeln, Erholung) und hält die Attraktivität der Region als Wohn – und Tourismusort hoch.

Als „unser aller Aufgabe“, also aller Beteiligten wie Bürger, Anlieger, Ferienhausbesitzer, Gäste, Amtsverwaltung und Gemeindevertretung, muss der Erhalt dieses Zu- und Ablaufs als Kern- und Gemeinschaftsaufgabe betrachtet werden. Da es sich um eine Bundeswasserstraße handelt, liegt die primäre Zuständigkeit für die Instandhaltung (wie z. B. regelmäßige Ausbaggerungen gegen Verschlammung, Verkrautung oder die Sicherung der Ufer) beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA).

Allerdings solten die Kommunalpolitik also unser Amt Wusterwitz insbesondere die Gemeindevertretung, die lokalen Umweltverbände, die Fischer und die Bürger von Wusterwitz hier gemeinsam Druck machen, damit die ökologischen Belange des Sees bei den Bundesbehörden nicht hinter den rein wirtschaftlichen Interessen der Großschifffahrt anstehen. Der Erhalt dieses Nadelöhrs entscheidet über die Zukunft des gesamten Wusterwitzer Sees.


Bitte beachten: Meldungen in der Rubrik "Leserbriefe" geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sie sind ein persönlicher Text des jeweiligen Verfassers. Einsendungen sind unter [info@meetingpoint-brandenburg.de] möglich.
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