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Branne bleibt bunt

Aus der Stadt
  • Erstellt: 19.07.2026 / 14:01 Uhr von Hanna-Viktoria Fritsch
Regenbogenfahnen am Hauptbahnhof, Musik aus den Boxen, ein gut gelaunter Moderator mit Mikrofon: Otto Autobahn eröffnet den CSD in Brandenburg an der Havel. Um 14 Uhr am Samstag, 18. Juli, setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung, durch die Innenstadt, mit Zwischenstopp auf dem Neustädtischen Markt, bis zur Abschlusskundgebung am Springbrunnen vor dem Marienberg. Es ist der fünfte CSD in Folge, der sechste insgesamt. Motto in diesem Jahr: "Branne bleibt bunt."
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Veranstalter war das Bündnis CSD Brandenburg an der Havel. In ihrem Aufruf schreibt das Bündnis: "Wir lassen uns nicht kleinkriegen!" Dass es diesen Satz weiterhin braucht, begründet Dylan Loleit von Havel der Vielfalt bei der Startkundgebung mit einer Zahl: Laut Bundeskriminalamt ist die Hasskriminalität gegen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt bundesweit von 2024 auf 2025 um über 15 Prozent gestiegen, von 2917 auf 3364 Fälle. Oberbürgermeister Daniel Keip, der die Regenbogenflagge im Mai zum IDAHOBIT mit am Rathaus gehisst hatte, war an diesem Samstag nicht vor Ort. Loleit richtete seine Grüße stellvertretend aus: Keip wünsche der Veranstaltung alles Gute.

Weitere Redebeiträge drehten sich um eine engere Vernetzung mit der queeren Szene in Berlin, drohende Kürzungen bei der geschlechtsangleichenden Gesundheitsversorgung und sichere Räume für queere Jugendliche in der Stadt. Angekündigt wurde außerdem ein neues Queer-Café vom Café Contact, das im Herbst öffnen soll, und kritisiert, dass Sichtbarkeit für queere Menschen bei manchen Unternehmen und Parteien oft nur PR bleibe. Erinnert wurde auch an einen Brandanschlag auf ein Cottbusser Hausprojekt, das zum dortigen CSD Regenbogenflaggen gezeigt hatte, sowie an eine Gegendemonstration von rund zwei Dutzend Neonazis bei einer Pride-Feier vor zwei Wochen im brandenburgischen Müncheberg. Landesweit zählten die Rednerinnen und Redner in diesem Jahr 26 CSDs und Pride-Veranstaltungen in Brandenburg.

Am Marienberg sprach zum Abschluss Dr. Katarzyna Wojcik, Gleichstellungsbeauftragte der THB, über den langen Weg zu Freiheit und Respekt, den frühere Generationen erkämpft hätten. Sie schloss mit den Worten: „Die bessere Zukunft ist nicht irgendwann. Die bessere Zukunft ist jetzt."

Genau deshalb müsse die Sichtbarkeit bleiben, laut und bunt, in Brandenburg an der Havel und anderswo.

Alle Redebeiträge und die vollständige Forderungsliste des Bündnisses sind unter [haveldervielfalt.de] nachzulesen.

Im Interview mit Sophie Pusch und Otto Autobahn

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