Die Eisenbahnbrücke, die die Wilhelmsdorfer Straße überspannt, wird seit mittlerweile 20 Jahren nicht mehr genutzt. Eigentlich hat sie keinen Namen. Doch der Volksmund hat sie auf „Kasko-Brücke“ getauft. Hintergrund ist, dass die staatliche DDR-Versicherung dort jahrzehntelang eine Werbetafel für ihre Kasko-Versicherung hatte. Das Gleis gehörte zur 1904 eröffneten Brandenburgischen Städtebahn und war Bestandteil der Strecke von Brandenburg nach Belzig. Allerdings wurde die Brücke erst am 15. Dezember 1953 ihrer Bestimmung übergeben.
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Hintergrund dieser neuen Anbindung war, dass man die Personenzüge vom Altstadt Bahnhof, die aus Rathenow kamen, nach Belzig über diese neue Strecke führen wollte. Geplant, wie man heute noch an der Brücke sehen kann, waren sogar gleich zwei Bahngleise. Das zweite Gleis sollte zum Hauptbahnhof führen. Dafür wurden folgerichtig auch zwei Widerlager auf jeder Seite gegossen. Auch, weil verstärkt sogar Güterzüge die Straße hier queren sollten. Parallel sollte der Schienenstrang unweit des Schlachthofes dagegen liquidiert und so eine Schranke eingespart werden.
Für den Anfang der 1950er Jahre errichteten Bahndammes wurde ein beträchtliches Stück des Büttelhandfassgrabens kurzerhand zugeschüttet.
Wohl erst während der Bauarbeiten entdeckte man, dass die Untergrundverhältnisse einfach zu ungünstig waren, um hier die schweren, aus dem Stahlwerk kommenden, Güterzüge entlangführen zu können. So beschränkte man sich auf das eine Gleis, das gut fünf Jahrzehnte vorrangig von den Personenzügen der einstigen Städtebahn genutzt wurde. Die waren gut gefüllt, da so auch viele Stahlwerker an ihren Arbeitsplatz kamen. Der letzte planmäßige Zug fuhr am 13. Dezember 2003. Also zwei Jahre, nachdem die Strecke noch einmal saniert worden war. Zeitnah nach der Stilllegung wurden die Gleise zwischen Reckahn und Brandenburg durch den neuen Eigentümer abgebaut.