Dieser dauerhafte innere Stress verschwindet nicht automatisch mit dem Erwachsenenalter. Viele Menschen funktionieren nach außen erfolgreich, tragen innerlich jedoch die Überzeugung in sich:
Solche unbewussten Glaubenssätze beeinflussen unser Denken, unsere Beziehungen und unseren Umgang mit Belastungen.
Kommen später im Leben weitere Stressfaktoren hinzu – beispielsweise Überforderung im Beruf, Konflikte in der Partnerschaft, Verluste, Krankheiten oder langanhaltende Erschöpfung –, kann das innere Gleichgewicht aus dem Takt geraten. Das Nervensystem befindet sich dauerhaft in einem Zustand von Anspannung oder Rückzug und verliert zunehmend die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren.
Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht wird eine Depression deshalb als biopsychosoziale Erkrankung verstanden. Das bedeutet, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken:
Nicht jeder Mensch mit belastenden Kindheitserfahrungen entwickelt eine Depression. Ebenso kann eine Depression auch Menschen treffen, die eine liebevolle Kindheit erlebt haben. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel vieler Einflüsse.
Die gute NachrichtUnser Gehirn und unser Nervensystem bleiben ein Leben lang lernfähig. Diese Fähigkeit nennt die Wissenschaft
Neuroplastizität.Sichere Beziehungen, neue positive Erfahrungen, Psychotherapie, Achtsamkeit, Bewegung, ausreichend Schlaf und ein unterstützendes soziales Umfeld können dazu beitragen, dass sich das Nervensystem wieder stabilisiert und neue, gesündere Verbindungen entstehen.
Gerade in einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung können Menschen lernen, sich selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen, ihre Gefühle besser zu verstehen und Schritt für Schritt wieder Vertrauen in sich und andere aufzubauen.
Mein therapeutischer AnsatzIn meiner Praxis arbeite ich bindungs- und ressourcenorientiert. Für mich steht nicht die Frage im Mittelpunkt: „
Was stimmt mit Ihnen nicht?“, sondern vielmehr:
„
Was haben Sie erlebt – und was hat Ihr Nervensystem daraus gelernt?“
Gemeinsam schauen wir hinter die Symptome. Wir erforschen, welche Beziehungserfahrungen Sie geprägt haben, welche Schutzstrategien heute noch wirken und welche Ressourcen bereits in Ihnen vorhanden sind. Dabei verbinde ich Erkenntnisse aus der Bindungsforschung, der Emotionsfokussierten Therapie (EFT), der systemischen Beratung, körperorientierten Methoden sowie Achtsamkeits- und Shiatsu-Elementen. Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern langfristig mehr innere Sicherheit, Selbstmitgefühl und tragfähige Beziehungen zu entwickeln.
Denn Heilung beginnt oft dort, wo wir uns verstanden, angenommen und sicher fühlen.
Nachsatz: "Du kannst einen Menschen mit Depressionen nicht gesund lieben – aber du kannst ihm helfen, sich weniger allein zu fühlen."
Kontakt: Praxis für
Beziehungs-, Paar- und SexualberatungAnja Titze
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