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Leserbrief: Erzählcafé zum internationalen Frauentag

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Leserbriefe

Erstellt: 14.03.2019 / 14:02 von Susanne Albani

Und wie haben Sie so den 8. März verbracht? Am Anfang des Erzählcafés stand eine Frage und ganz unterschiedliche Antworten: – Ab in die Therme, einen Tag mal so richtig Wellness und es sich gut gehen lassen. Aber so was von voll war es da...! Naja klar, die Berlinerinnen und Berliner haben ja jetzt Feiertag am 8. März...

- Ich habe mich erst gewundert, warum der RE1 nach Potsdam so leer ist, aber dann fiel es mir wieder ein: Feiertag und schon bleiben die Pendler weg. Am Nachmittag hat mich mein Mann dann mit ‘nem Kuchen überrascht...

– Ich war unterwegs und habe den Tag gar nicht weiter begangen… das kenne ich auch gar nicht so von früher.

– Ich war mal ausnahmsweise nicht wie all die anderen Jahre beim Frauenstreik und in Berlin demonstrieren, sondern habe mir abends eine Doku über den Frauentag in der DDR angeschaut, das war sehr interessant.
– ...
Am vergangenen Sonntag saßen Bewohnerinnen der Stadt Havelsee und Brandenburgs an der Havel gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen und kamen ins Gespräch – über den internationalen Frauentag. Anlass war die 29. Brandenburgische Frauenwoche, die in Deutschland in dieser Form einmalig ist. Dass der 8. März seit diesem Jahr im Nachbarbundesland erstmalig Feiertag ist, bot noch einmal zusätzliche Gelegenheit um sich darüber auszutauschen, was der internationale Frauentag in unserer Gesellschaft und für uns persönlich bedeutet und in Zukunft für eine Bedeutung einnehmen könnte.
Zur Einstimmung gab es die Möglichkeit interaktiv und virtuell durch die Geschichte der Frauenbewegung zu spazieren. Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, dass entsprechend der ganz unterschiedlichen Frauen, die am Nachmittag in der Villa zusammenkamen, sich auch die Zugänge zum 8. März sehr unterscheiden können. Das Frau sein an sich feiern? Das bisher errungene feiern? Sich einfach mal etwas gönnen? Weiterhin für das Recht auf Selbstbestimmung und Gleichberechtigung streiken und kämpfen, um auf die Ungleichheiten in der Gesellschaft aufmerksam machen? Sich als Frauen?
In der DDR großgeworden verbinden sich mit dem Tag Aufmerksamkeiten wie Blumen, Würdigungen und Auszeichnungen, aber auch von oben vorgegebene Feierlichkeiten. Bei den Jüngeren spann sich der Bogen von einem Gefühl der Ratlosigkeit, wie frau persönlich diesen Tag gestalten möchte bis hin zu der immer stärker werdenden Überzeugung, als Feministin an diesem Tag für Gleichberechtigung der Frauen auf die Straße gehen zu wollen, ja sogar zu müssen. Aber auch Erinnerungen an Demonstrationen und Frauenstreiks wurden miteinander geteilt und die Überzeugung, sich an diesem Tag weltweit gemeinsam zu zeigen und solidarisch zu sein.

Susanne Albani für das Bildungsteam der Villa Fohrde

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Bitte beachten: Meldungen in der Rubrik "Leserbriefe" geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sie sind ein persönlicher Text des jeweiligen Verfassers. Einsendungen sind unter [info@meetingpoint-brandenburg.de] möglich.


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