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Fünf Fragen - Fünf Antworten mit Dr. Sylvia De Pasquale

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Interview

Erstellt: 08.12.2019 / 13:00 von Marvin Zinke

Jede Woche wird in der Meetingpoint-Reihe "Fünf Fragen - Fünf Antworten" ein Brandenburger interviewt. In dieser Woche ist es Dr. Sylvia De Pasquale. Sie erzählt uns etwas über die Zeit, als das NS-Regime in Brandenburg an der Havel auf grausame Art und Weise aktiv war und was man in der Gedenkstätte auf dem Nicolaiplatz über diese Zeit alles erfährt. Auch berichtet sie, dass sie gern das Heimwertsfestival fördern und Brandenburg in eine Fahrradstadt verwandeln würde.

1. Um was für eine Gedenkstätte handelt es sich auf dem Nicolaiplatz?
Die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel erinnert an mehr als 9.000 kranke, behinderte und sozial ausgegrenzte Menschen, die die Nationalsozialisten 1940 hier im Zentrum unserer Stadt in einer Gaskammer ermordeten. Sie waren vorher in Heil- und Pflegeanstalten untergebracht, wurden in Begleitung von Krankenpflegern oder –schwestern mit Bussen hierher transportiert und noch am gleichen Tag getötet. Dafür war ein Arzt zuständig, der alle Patientinnen und Patienten vorher noch einmal begutachtete.
Als Gedenkstätte haben wir ein umfangreiches pädagogisches Programm, betreuen Angehörige von Opfern und organisieren Gedenkveranstaltungen, Konzerte, Lesungen und Theaterstücke zum Thema NS-Euthanasie.

2. Wie gestaltet sich der klassische Aufenthalt eines Besuchers? Erleben diese die Gedenkstätte allein, gibt es Führungen oder weitergehende Angebote?
Zur Gedenkstätte gehört eine Dauerausstellung, die mit Fotografien, historischen Filmaufnahmen und Dokumenten über die Vorbereitung und Durchführung der Euthanasie-Morde informiert. Etwa die Hälfte der Besucherinnen und Besucher kommt allein und informiert sich in der Ausstellung. Die andere Hälfte nimmt an Führungen oder Studientagen teil. Regelmäßig kommen Schulklassen. Auch bieten wir berufsspezifische Seminare für Menschen, die in der Pflege und im medizinischen Bereich arbeiten. Zudem betreuen wir gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten von der Lebenshilfe-Werkstatt in der Stadt Brandenburg Besucherinnen und Besucher mit und ohne Lernschwierigkeiten. Das ist ein Projekt, das allen, die es wahrnehmen, die Geschichte der Euthanasie-Morde auf besonders eindrückliche Art nahebringt.

3. Kommen die Besucher eher von außerhalb oder eher aus der Havelstadt, um sich über die Geschichte zu informieren? In welchem Alter befinden sich die Besucher durchschnittlich?
Sie kommen sowohl aus der Stadt als auch von außerhalb. z.B. Schülerinnen und Schüler ab der 9ten Klasse aus Brandenburg an der Havel aber auch aus dem ganzen Land Brandenburg und teilweise auch aus Berlin und Sachsen-Anhalt. Wir sind der Meinung, dass eigentlich jede Schülerin und jeder Schüler aus der Stadt einmal in der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde gewesen sein sollte, um diesen Teil der Stadtgeschichte zu kennen. Erwachsenengruppen kommen auch aus dem Ausland, etwa der USA, Belgien, Israel oder Griechenland. In diesen Gruppen sind Menschen jedes Alters.

4. Wie würden Sie Brandenburg einem Fremden beschreiben? Was sollte er bei einem Besuch hier in der Stadt unbedingt einmal ausprobieren bzw. sich ansehen?
Brandenburg an der Havel ist eine wunderschöne Stadt mit viel Wasser, interessanten Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten, reich ausgestatteten Kirchen und ehemaligen Klostergebäuden. Von der Friedenswarte auf dem Marienberg aus hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt. Jeder und jedem empfehlen möchte ich das jährlich stattfindende „Heimwertsfestival“ mit viel Musik und Kultur. Als Leiterin der Gedenkstätten Brandenburg an der Havel möchte ich natürlich auch einen Besuch der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden anregen. Unweit der JVA in der Anton-Saefkow-Allee 38 haben wir im letzten Jahr die neue Dauerausstellung unter dem Titel „Auf dem Görden. Die Strafanstalt Brandenburg im Nationalsozialismus (1933-1945) und in der DDR (1949-1990)“ eröffnet. Auch hier gibt es Führungen und Studientage sowie Gedenk- und andere Veranstaltungen. Im Moment läuft z.B. die Reihe „Im Gespräch zum Strafvollzug gestern und heute“. Die nächste Veranstaltung in der Reihe findet am 14. Januar um 18.30 Uhr statt. Dabei geht es um Erich Honecker, der bekanntlich zwischen 1937 und 1945 im Zuchthaus „auf dem Görden“ einsaß.

5. Wenn Sie eine Sache in Brandenburg an der Havel sofort ändern könnten, was würden Sie tun?
Ich würde Brandenburg an der Havel in eine Fahrradstadt verwandeln, wo Kinder und Erwachsene überall ohne durch Autos gestört oder gefährdet zu werden sicher hinkommen können. Auch würde ich die freie Kulturszene wie z.B. das schon erwähnte „Heimwertsfestival“ ausreichend fördern. Denn das macht unsere Stadt für ihre Einwohnerinnen und Einwohner aber auch für Menschen von außerhalb attraktiv und interessant.


PS: Wer soll hier demnächst interviewt bzw. vorgestellt werden? Mailt eure Vorschläge an [info@meetingpoint-brandenburg.de]

Alle bisherigen Interviews gibt es hier: [Klick].

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Bilder


  • Foto: GBadH

  • Foto: Lioba Kaluza

  • Foto: Lioba Kaluza


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Kommentare (1)

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Frank Schadow schrieb um 15:08 Uhr am 08.12.2019:

GEGEN DAS VERGESSEN!