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Theater in Zeiten von Corona - Ein Blick hinter die Kulissen des Brandenburger Theaters

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Theater

Erstellt: 22.05.2020 / 09:00 von Helga Stöhr-Strauch

Wirklich ernst kann man die Tipps in Kurt Tucholskys Text „Die Kunst, falsch zu reisen“ nicht nehmen. Durchaus ernst sind dagegen die Gedanken, die das Team vom Brandenburger Theater angesichts der kommenden Spielzeit unter verschärften Hygieneverordnungen umtreibt. Auch wenn nebenbei noch besagter Tucholsky-Text für den Online-Spielplan eingesprochen wird. Theater in der Saison 2020/21, das heißt: Verzicht auf Gewohntes auf der einen und ein Riesenaufwand auf der anderen Seite. Es ist von „reduzierter Bestuhlung“ die Rede, von Pandemieplänen, die aufwändig erarbeitet wurden, von „Schulungen für hygienische Standards“, und auch davon, dass Stücke „pandemiegerecht“ besetzt und ausgewählt werden müssen.

Von Theatererlebnissen, wie wir sie von früher kennen, sind alle Spielbetriebe noch meilenweit entfernt. Aber während andere Häuser einen Großteil der Belegschaft in die Kurzarbeit geschickt haben, wird am bt weiter gewerkelt. Die Techniker machen Revision und warten alles, was sonst immer im Einsatz ist. Der Probenbetrieb läuft unter verschärften Auflagen weiter. Es werden Texte für den Online-Kanal eingesprochen, Puppentheaterstücke verfilmt und in der Chefetage zermartert man sich die Köpfe, wie sich der Betrieb nach dem abrupten Theater-Lockdown am 13. März unter Einhaltung sämtlicher Pandemie-Auflagen überhaupt wieder anfahren lässt.

Es werden mehr Stücke ins Große Haus verlegt, um im Zuschauerraum für größere Abstände zu sorgen. Und es wird kleinere Produktionen geben, damit der berühmte Mindestabstand auch auf der Bühne und im Orchestergraben eingehalten werden kann. Das bedeutet wiederum, dass Liveaufführungen der personalintensiven, großen Stücke wie „Grete Minde“ und „Mein Freund Bunbury“ erst einmal auf Eis gelegt sind. Sie werden allerdings am Pfingstwochenende im Online-Spielplan (29./30./31. Mai 2020) gezeigt.

Aber es gibt auch eine Neuproduktion im Theaterkanal: Am 12. und 13. Juni wird eine mit verschiedenen Kamera-Blickwinkeln realisierte Stückfassung von „Blühende Randschaften II“ ausgestrahlt. Das Stück der Berliner Theatertruppe Lunatiks, das als Kooperation mit der Bundeskulturstiftung und dem Brandenburger Theater bereits im Mai unter dem Titel „Gaststätte Aktivist“ auf dem Spielplan stand, wird gerade neu und unter verschärften Probenbedingungen im Brandenburger Theater inszeniert. Sie sei, so der künstlerische Leiter Frank Martin Widmaier nicht ohne Stolz, „die erste Online-Uraufführung in der Geschichte des Brandenburger Theaters“. Im September werde man dann voraussichtlich mit der ersten „richtigen“ (Live-) Theaterpremiere herauskommen. Goethes „Faust“, eine Koproduktion mit dem Potsdamer „Poetenpack“, die momentan ebenfalls „pandemiegerecht überarbeitet“ werde.

Was den Spielbetrieb im Jugendtheater angeht, so macht sich auch dessen Leiter, Steffan Drotleff, keine Illusionen. Da die Schulen nur sehr verzögert öffnen, sei derzeit nicht an einen Probenbetrieb zu denken. Er hoffe aber, dass dieser ab September wieder möglich sei, so dass die Premiere von „Verletzte Jugend“ an Ostern 2021 stattfinden kann.

Überhaupt gibt man sich, was die weitere Planung angeht, sehr zurückhaltend. Das gewohnte Spielplanheft wird es nicht geben, so Widmaier. Spielpläne werden aktuell erarbeitet und im Zweimonatstakt herausgegeben. Nur so könne man dem Publikum verlässliche Zusagen machen und gleichzeitig selbst auf aktuelle Gegebenheiten reagieren. Das Ziel sei, so Widmaier, ab Frühjahr den Betrieb wieder in der gewohnten Weise hochzufahren.

Keine wirklich guten Nachrichten. Ärgern lohnt allerdings nicht. Halten wir es also mit Tucholsky, der uns am Ende seines eingangs erwähnten Textes einen durchaus ernst gemeinten Tipp gibt: „Bleibst du einmal auf deiner Zwischenstation sitzen, dann freu dich, dass du am Leben bist.“ Die Lesung kann man am 28. Mai abrufen. Ab 14 Uhr im Theaterkanal unter [https://www.youtube.com/channel/UCJa894q7Sk0DzzjyK2cljLg].

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Bilder


  • Steffan Drotleff (l.) und Frank Martin Widmaier / (c): Helga Stöhr-Strauch

  • Lunatiks / (c) Lena Meyer


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