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"Unser Buch der Bücher": Dauerausstellung macht den reichen Domschatz für die Öffentlichkeit sichtbar

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  • Erstellt: 05.05.2022 / 20:01 Uhr von pre
Es ist ein einmaliges Zeugnis der mittelalterlichen Handschrift und der Buchmalerei: Das Brandenburger Evangelistar, entstanden vor mehr als 800 Jahren, hat die Wirren der Zeit überstanden und wird noch heute an seinem ursprünglichen Bestimmungsort aufbewahrt. Für den Domstift ist der Bilderzyklus zum Leben Jesu daher „Unser Buch der Bücher“. In einer so benannten Ausstellung wird diese kostbare Handschrift zur Grundlage, von der aus sich die außergewöhnlichen Teile des Domschatzes entfalten und für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Eröffnet wird die Ausstellung offiziell am Freitag, 6. Mai, um 18 Uhr.

Dann wird ein hochwertig produzierter Nachdruck, das so genannte Faksimile, an den Dechanenten des Domstiftes Wolfgang Hüber übergeben. Erstellt von den Experten mit dem Quaternio Verlag Luzern ermöglicht es diese fachmännische Reproduktion fortan sozusagen, durch das antike Werk zu blättern, ohne es zu beschädigen. 
 
Das Faksimile in weißen Ledereinband bildet den Eintritt in die Ausstellung „Unser Buch der Bücher“. Es gibt das Brandenburger Evangelistar in seiner ganzen Pracht originalgetreu wieder. Wie das möglich ist, wird in diesem Raum ebenfalls erfahrbar. Hier wird der Prozess der Faksimilierung, also dieser aufwendigen Nachbildung näher ausgeführt und mit Beispielen unterlegt. 
 
In den folgenden Räumen des Kreuzganges wird „der hiesige Schatz in drei Portionen aufgeteilt“, beschreibt Domstiftsarchivar Uwe Czubatynski den weiteren Aufbau der Ausstellung. Im Raum seiner ArchivkolleginKonstanze Borowski eröffnen sich die Schriftdenkmäler dem Besucher. „Wir haben versucht, mit wenigen Objekten zu zeigen, wie unterschiedlich die Schiften sind“, schildert Uwe Czubatynski die Exponate, die sich von der Gründungsurkunde von 1161 über klassische Amtsbücher und Kartenmaterial bis hin zu modernen Fotografien ziehen. 
 
Einen Raum weiter wird ein Blick in den Textilschatz gewährt, der als einer der herausragendsten Aspekte im Dombestand gilt. „Es gibt in vielen Teilen europaweit nichts Vergleichbares“, schildert Museumspädagoge Michael Adam. Er macht dabei die Fragilität dieses wie auch der anderen Schätze klar. Alle Materialien können nicht auf Dauer gezeigt werden und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Für Besucher die Chance, in den kommenden Jahren immer wieder neue Kostbarkeiten zu sehen. 
 
Der vierte Raum widmet sich ganz den baulichen Gegebenheiten und damit dem Dom als historischen Schatz an sich. „Der Dom war am Anfang eine Arche. Das Kirchenschiff kann man wörtlich nehmen“, so Michael Adam. Das Haus schwamm auf dem Sumpf der Havel, bis es im 20. Jahrhundert im Boden verankert wurde. Im Raum sind die fünf wichtigsten Bauetappen im Modell dokumentiert und um Objekte ergänzt worden, die das Leben in den jeweiligen Epochen widerspiegeln. 
 
Im oberen Kreuzgang und der dortigen mittelalterlichen Bibliothek schließt sich dann der Kreis. „Unser Buch der Bücher“ ist in einer großen Vitrine ausgestellt. Die ganzseitigen Miniaturen von höchster künstlerischer Qualität und der reiche Buchschmuck in Gold und Silber zeichnen das Brandenburger Evangelistar aus. Weitere Buchbestände, die die mittelalterlichen Wissenschaften – Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin und freie Künste – dokumentieren sollen, finalisieren die Schau. 
 
Nach der Eröffnung am Freitag ist die Ausstellung ab Samstag, 7. Mai, im Dom zu sehen. Geöffnet ist von Montag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr, sowie sonntags, 11.30 bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis ins Museum beträgt fünf sowie drei Euro ermäßigt. Familien zahlen 15 Euro. 

Zum internationalen Museumstag am 15. Mai ist die Ausstellung ohne Eintritt besuchbar. Es werden Führungen um 13 sowie 15 Uhr angeboten. Das Ganze wiederholt sich an den ersten Sonntagen der folgenden Monate: 5. Juni, 3. Juli, 7. August, 4. September und 2. Oktober. Jeweils um 14 Uhr beginnt hier eine Führung.
 
Übrigens: Im Rahmen der Ausstellung wird eine neue Kooperation mit der Galerie Sonnensegel gelebt. Die präsentiert nicht nur mittelalterliche Druckkunst in den Räumen, sondern beteiligt sich mit Angeboten rund um Papier und Illustrationen bei verschiedenen Veranstaltungen. Dazu zählt etwa das Patronatsfest am 29. Juni ab 11 Uhr. 
 
Mehr zum Programm gibt es unter [www.dom-brandenburg.de].

Bilder

Der Dombau in Etappen und eine Kooperation mit der Galerie Sonnensegel erwarten die Besucher.
Domstiftsarchivar Uwe Czubatynski (links) und Museumspädagoge Michael Adam zeichnen für die Ausstellung verantwortlich.
Das Brandenburger Evangelistar ist Höhe- und Mittelpunkt der Ausstellung.
Der reiche Textilschatz ist europaweit außergewöhnlich.
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