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    • Der jüngste Kirchenbau der Stadt hat den elliptischen Grundriss eines Fisches. Der ist bekanntlich ein wichtiges christliches Symbol. Das moderne Kirchengebäude der neuapostolischen Gemeinde mit dem geschwungenen Dach und gedrehter Spitze, die sich als Fortsetzung der Urkirche versteht, ist im 2766 Quadratmeter großen Dreieck zwischen Bauhofstraße, Mühlengraben und Schleusenkanal zu finden. Die feierliche Weihe der Zentralkirche fand am 2. Oktober 2011 statt. mehr
    • Hinter dem zurückgesetzten Fachwerkhaus in der Packhofstraße hatte einst die Färberei und chemische Waschanstalt von Fritz Rabe ihren Sitz. Der backsteinerne Unternehmenssitz entstand im Jahre 1889 zwischen der Neustadt und der sich entwickelnden Wiemann-Werft. An die Packhofstraße war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Die Wohnhäuser entstanden erst ab 1900. Auf der Werbezeichnung erscheint der Produktionsstandort geradezu riesig. Doch dürfte das etwas übertrieben dargestellt worden sein. mehr
    • Der Triebwagen 30 ist einer der letzten seiner Art
      Marcus Alert / 16.07. / 20:01 Uhr

      Seit 115 Jahren fährt die Straßenbahn in Brandenburg elektrisch. 16 offene Motorwagen – ohne Außenschiebetüren - wurden dafür im Jahre 1911 von der Waggonfabrik „Gottfried Lindner“ aus Ammendorf bei Halle geordert. Vor allem für die Überlandfahrt nach Plaue und für die Außenlinie Görden wurden bereits 1912 geschlossene Triebwagen geliefert. Darunter war auch der Triebwagen Nr. 30, die heutige Traditionsstraßenbahn. Diese hatte 16 Sitz- und 39 Stehplätze und war bei den Passagieren vor allem im Winter sehr beliebt. Denn die vier Außentüren hielten Wind und Kälte draußen. mehr
    • Vom Dachsbau ist nur der Dachs geblieben
      Marcus Alert / 14.07. / 20:01 Uhr

      Die ortsansässigen Jäger schenkten Hermann und Clara Klaus vor über 120 Jahren diverse Jagdtrophäen, darunter auch einen ausgestopften Dachs. So kam die Reckahner Gaststätte schließlich zu ihrem Namen: "Zum Dachsbau". Ab 1890, da hatte der Bäcker Hermann Klaus nachweislich diese Gaststätte gekauft, hieß das Etablissement allerdings noch einige Jahre – wie auf einer alten Postkarte zu lesen ist - "Gasthof zum Landhaus". Um 1905 fand dann die bereits erwähnte Umbenennung statt. Eine alte Postkarte beweist zudem, dass die Wände schon damals geradezu mit Jagdtrophäen zugepflastert waren. mehr
    • In der Nachwende-Zeit verschwanden Straßennamen und Skulpturen von Kommunisten fast komplett aus dem Stadtbild. Nicht angerührt wurde jedoch Gertrud Piter. An die 1933 ermordete Kommunistin erinnern nicht nur ein Platz, sondern auch zwei Tafeln. Zum einen an ihrem einstigen Wohnhaus in der Mühlentorstraße 15 und zum anderen am ehemaligen Zuchthaus-Gebäude am Nicolaiplatz. Im Ehrenhain auf dem Marienberg teilt sie sich eine Tafel mit ihrer Schwester Martha und dann gibt es ja noch ihr Grabmal auf dem Altstädtischen Friedhof. Und bis 2013 trug die Kita in der Krüger-Villa in der Neuendorfer Straße ihren Namen. Dann wurde die Kita jedoch geschlossen. mehr
    • Das Deetzer Denkmal und seine vielen Leben
      Marcus Alert / 07.07. / 20:01 Uhr

      Am 5. August 1914 hielt der Deetzer Pfarrer Karl Niedlich die Aussegnungs-Predigt für die etwas mehr als 40 Deetzer Männer, die gleich nach Ausbruch der Kampfhandlungen in den 1. Weltkrieg hinauszogen. Im ersten Jahr fielen der Sohn des Nachtwächters Zinne, der Arbeiter Hermann Böttge, der Briefträger Albert Wendel und der Arbeiter Karl Döring. Vermisst wurde der Töpfer Herrmann und der Maurerpolier Lippert war als Kriegsgefangener nach Sibirien geschafft worden. mehr
    • Im Jahre 1892 kaufte der Tischlermeister Albert Türklitz das Haus Neustadt Markt 8. Dazu gehörte auch ein 1870 auf dem Hinterhof errichtetes Fabrikgebäude. Das war die Keimzelle für das Möbelhaus Türklitz. Albert hatte zuvor seit 1871 eine Tischlerei in der Steinstraße betrieben. Als sein Onkel Karl starb, der war in Brandenburg Möbelhändler, erbte er und konnte sich deutlich vergrößern. Gut 50 Mitarbeiter bauten in der Folgezeit in der einstigen Seidenfabrik nun Möbel. Noch vor dem 1. Weltkrieg übernahm sein Neffe Emil das Unternehmen. mehr
    • Die Firmen Brennabor oder auch Excelsior produzierten über Jahrzehnte Fahrräder. Den Kondor-Fahrrad-Werken waren dagegen nur sieben Jahre vergönnt. Das ab Herbst 1895 Fahrräder herstellende Unternehmen setzte schließlich fast eine Million Mark in den Sand. Das einzige heute bekannte Kondor-Fahrrad ist im Brandenburger Fahrrad-Museum von Günther Bauch in der Rathenower Straße 8 zu finden. mehr
    • Sucht man in Prützke bei Lehnin nach historischen Persönlichkeiten, stößt man unweigerlich auf den Namen Walter Höhndorf. Der am 10. November 1892 geborene Sohn des damaligen Prützker Dorfschullehrers entwickelte sich im Ersten Weltkrieg zu einem gefeierten Jagdflieger-Ass, war aber vor allem ein sehr begabter Flugzeugkonstrukteur. Er war der erste Deutsche, der in einem von ihm konstruierten Doppeldecker Loopings flog. Obwohl er im Ersten Weltkrieg ums Leben kam, ist sein Name nicht auf dem Prützker Kriegerdenkmal zu entdecken. mehr
    • Max Müller war der erste von 24 Männern aus Jeserig, die im 1. Weltkrieg ihr Leben ließen. Paul Preuss und Otto Neumann starben noch nach dem Kriegsschluss am 1. November 1918. Preuß ist im Kriegerdenkmal mit dem Todesdatum 29. November und Otto Neumann mit dem 13. Dezember 1918 verzeichnet. Albert Paul starb Ende 1917 nur zwei Tage vor Heiligabend. Die Sandstein-Stele steht seit 1920 unweit von Dorfkirche und Pfarrhaus. Als Symbole wurden damals ein Eisernes Kreuz und ein Soldatenhelm in der Stele verewigt. mehr
    • Das Brandenburger Universitätsklinikum feiert am morgigen Mittwoch sein 125-jähriges Bestehen. Allerdings fand die feierliche Übergabe des Neubaues durch den Magistrat bereits am 29. Juni 1901, einem Sonntag, statt. Baumeister Boethke überreichte damals im Beisein sämtlicher Stadtverordneter und Ehrengäste symbolisch den Schlüssel an den Oberbürgermeister Rudolf Hammer. mehr
    • Hans-Joachim Beckmann nennt einen Opel P4 sein eigen. In einem Schuppen fand der Beelitzer 1984 das Gefährt, das er erwarb und dann restaurierte. „Die Bezeichnung Ruine ist noch geschmeichelt“, so der heute 80-Jährige. Der gelernte Schlosser werkelte gut drei Jahre an dem Auto, das 1936 das Opelwerk verlassen hatte. Jedoch nicht das in Brandenburg, das 1935 am Silokanal errichtet worden war. mehr
    • Am 5. Juli steigt an der Seegartenbrücke ein Brückenfest. Begangen werden soll, dass 110 Jahre zuvor, 1917, die Werkamtsbrücke fertiggestellt worden war. Die hieß im Volksmund auch, wegen der Pulverfabrik, schlicht und einfach Pulverbrücke. Am 4. Mai 1945 wurde die Brücke durch die Wehrmacht an zwei Stellen gesprengt. 1947, also vor 80 Jahren, entstand erst einmal eine Fußgängernotbrücke. 1951 bis Ende 1953 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Brücke, wobei man die alten Brückenelemente wiederverwendete. Die Brücke erhielt zur Einweihung am 18. Dezember 1953 den Namen Rosa-Luxemburg-Brücke. Nach Abschluss der Arbeiten konnte auch die Straßenbahn wieder passieren. mehr
    • Das einst so prunkvolle Gutshaus derer von Schierstedt in Dahlen ist heute mehr funktional als prächtig. Nach gleich mehreren Umbauten und Sanierungen sind die einstigen Schmuckelemente des einst so prächtigen Bauwerkes allesamt verschwunden. Und am klassizistischen Südgiebel des zweigeschossigen Herrenhauses wurde zudem im Jahre 1979 noch ein modernes Bettenhaus angebaut. Heute beherbergt die Immobilie ein ASB-Pflegeheim. mehr
    • Gut 150 Jahre lang hatte die Speditionsfirma Taege ihren Sitz in der Steinstraße. Obwohl das Unternehmen stetig wuchs, war es immer in der Steinstraße 46/47 ansässig. Auf einem alten Dokument wirbt der Posthalter Taege für Fahrten von Brandenburg nach Berlin. Datiert ist es mit dem 22. Februar 1823. Bekannt ist das Gründungsdatum 1. April 1833 für den Betrieb, wohl durch den Lohnkutscher Martin Taege (1800-1883). Immerhin vier Generationen betrieben das Speditionsunternehmen. mehr
    • Eine der schönsten Villen der Stadt steht am Anfang der Potsdamer Straße direkt am Stadtkanal. Die sogenannte Reichstein-Villa wurde allerdings ursprünglich nicht für einen der Brennabor-Chefs gebaut. Bauherr war im Jahre 1907 der Tuchfabrikant Gustav Kehrl (1867-1931). Der hatte 1902 mit seinem Bruder Richard die in der Schützenstraße beheimatete Fabrik des Vaters übernommen. Als die Firma 1913 abbrannte, verlagerten die beiden Brüder – mithilfe der Versicherungssumme - ihre Unternehmung nach Cottbus. 1918 verkaufte Gustav Kehrl dann auch die Villa an Walter Reichstein (1884-1965). mehr
    • An historischer Stätte sollen in den nächsten Jahren über 200 neue Wohnungen entstehen. Die NP Projektentwicklung GmbH aus Mölln will das einstige Excelsior-Gelände an der Wilhelmsdorfer Landstraße bebauen. Im Jahre 1907 hatte die Excelsior-Fahrrad-Werke Gebrüder Conrad & Patz AG am Rande der Stadt das 35.000 Quadratmeter große Grundstück bebaut. In der modernen Fabrik wurden in der Folgezeit jährlich um die 50.000 Fahrräder hergestellt. Architektonisches Aushängeschild von Excelsior war das repräsentative Kontorgebäude, das heute unter Denkmalschutz steht. mehr
    • Durch den Verkauf von Kies für den Autobahnbau nahm die Reckahner Kirchengemeinde in den 1930er Jahren so viel Geld ein, dass sie sich im Jahre 1937 eine nagelneue Schuke-Orgel leisten konnte. Das war laut dem Protokollbuch der Kirchengemeinde auch dringend notwendig, da das alte Instrument geradezu auseinanderfiel. Die Potsdamer Firma stellte schließlich ein neues Instrument mit 550 Pfeifen auf. 2013 wurde die Reckahner Orgel umfassend restauriert. mehr
    • Seit September 2013 steht die Villa Krüger unweit der Luckenberger Brücke leer. Zumindest fast leer. Denn jetzt wurde ein Waschbär auf dem Schornstein entdeckt. Somit gerät die einstige Villa des Fabrikanten Julius Krüger wieder in den Fokus. Eigentlich sollte der stattliche Putzbau mit Mansardwalmdach längst ein Boutique-Hotel mit 25 Betten beherbergen. Doch dieses Vorhaben wurde vom Eigentümer bereits voriges Jahr wegen zu hoher Kosten beerdigt. mehr
    • Wilhelm Götze und Daniel „Dan“ Jerome Kelly haben viel gemeinsam. Beide prägten die künstlerischen Karrieren ihrer Kinder und zogen mit ihnen über die Landstraßen zu Auftritten, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf. Während die Kelly-Familie über Jahrzehnte als Straßenmusiker unterwegs war, zog Vater Götze mit Frau und Kindern mit einem Marionettentheater durch die Lande. Der am 2. Februar 1871 geborene Wusterwitzer Wilhelm Götze gründete im Februar 1895 sein Marionettentheater, das seine Söhne noch bis 1958 führten. mehr
    • Auf fast 15.000 Mitarbeiter in den Brandenburger Betrieben kam der Tiefbau-Ingenieur Karl Loh, als er Ende der 1950er Jahre ein Gutachten über die Entwässerung der Stadt Brandenburg erstellte. Datiert ist es mit März 1960. Die Anzahl war wichtig, um die Schmutzwasserleitungen und auch das Klärwerk besser planen zu können. In dem Gutachten fehlen allerdings die Zahlen für die Kasernen in der Magdeburger Straße und in Hohenstücken. Die 1952 eingemeindeten Plaue und Kirchmöser wurden wegen der wohl fehlenden Zahlen damals überhaupt noch nicht berücksichtigt. mehr
    • Auf dem Klein Kreutzer Kriegerdenkmal taucht gleich zweimal der Familienname Gent auf. „Mein Großvater und sein Bruder Hermann waren die ersten beiden Gefallenen des 1. Weltkrieges aus Klein Kreutz“, erzählt Rainer Gent. Der 87-Jährige, der nur wenige Meter vom Denkmal entfernt wohnt, ist schon seit vielen Jahrzehnten der Ortschronist des Brandenburger Ortsteiles. Die Namen der Toten des 2. Weltkrieges sind nicht verzeichnet. Da würde sonst auch sein Vater auftauchen, der als vermisst gilt. mehr
    • In zwei Jahren kann das Hotel "Villa Lindenhof" bereits sein 100-jähriges Bestehen feiern. 1928 hatte Max Rühle die Bäckerei und Konditorei in der Chausseestraße 21 in ein Hotel umgewandelt. Zuvor betrieb Bäckermeister Carl Tetzlaff, ab 1901, dort eine Bäckerei und Konditorei sowie eine Kaffeestube, in der auch sein Gebäck und seine Torten angeboten wurden. mehr
    • Vor 90 Jahren begann in der Potsdamer Straße 46-49 der Aufbau des Havelwerkes. Das Gelände gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zu Brennabor. Produziert wurden 2-cm-Vierlingsflak- und 2‑cm‑Zwillingsflak‑Geschütze. Die Zuarbeiten erfolgten praktisch von der anderen Straßenseite, von Brennabor, und die Geschützrohre kamen von der Firma Rheinmetall-Borsig AG. Außerdem wurden im Havelwerk Waffenteile für die Flak, Panzer und Handfeuerwaffen sowie Metallprägeteile produziert. mehr
    • Als architektonische Meisterleistung gilt bis heute die im Jahre 1969 auf dem Gelände der Regattastrecke eingeweihte „Beetzseeperle“. Damals war es wohl der außergewöhnlichste Imbiss der gesamten DDR. Denn in der Baubeschreibung ist von einem überdachten Freisitz mit Imbisseinrichtung die Rede. Doch dem Brandenburger Architekten Hartmut Töpel gelang ein echter Hingucker. mehr
    • Legenden rankten sich in den DDR-Jahren um das Plauer Schloss. Agenten sollten dort ausgebildet worden sein. Dem war nicht so. Im am 25. Oktober 1966 eröffneten Institut für Sprachintensivausbildung wurden stattdessen Fachleute für den Einsatz in Entwicklungsländern sprachlich vorbereitet. Hinzu kamen aber auch Kultur-, Militär- und Handelsattachés für die Botschaften im Ausland. Vor allem die Sprachen Englisch, Französisch und Russisch standen im Lehrplan. Hinzu kamen Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Bulgarisch und Tschechisch. mehr
    • Ab 1885 entwickelte sich das heutige Wilhelmsdorfer Karree zu einem Industriestandort. Die Firma C. F. Richter baute den Komplex, der anschließend von Brennabor und nach dem 2. Weltkrieg vom VEB Kraftfahrzeuginstandsetzung genutzt wurde. Heute sind auf dem Gelände noch „Norma“ oder auch eine Reparaturwerkstatt zu finden. Doch nicht mehr lange. Die Edeka-Genossenschaft will das gesamte Areal, das es 2021 erworben hat, umgestalten. Geplant sind ein Markt und Wohnungen. mehr
    • Schon bald soll der Schriftzug „Kaiserliches Postamt“ an dem zweigeschossigen Klinkerbau in der Wusterwitzer Ernst-Thälmann-Straße wieder zu sehen sein. Nach über zwei Jahrzehnten Leerstand hat Maximilian Wolter vor einem Jahr die mittlerweile marode Immobilie erworben. Vorbesitzer war ein Berliner, der das Haus 2014 gekauft hatte. „Er hat dort wohl auch ohne Wasser und Heizung phasenweise gewohnt“, erzählt Maximilian Wolter. Alles sei vollgestellt gewesen, habe er ein halbes Jahr benötigt um das Haus erst einmal zu entmüllen. Der 27-jährige Wolter ist Bauingenieur und will bei der anstehenden Sanierung viel selbst zugreifen. mehr
    • Jahrzehntelang dümpelte das Prützker Kriegerdenkmal hinter der Dorfkirche vor sich hin, war es Ende der 1940er Jahre geschliffen worden. Vor 30 Jahren holte der damalige Bürgermeister Fritz Werner die nie völlig vergessene Stele wieder an das Tageslicht. Am 17. Mai 1997 erfolgte schließlich die Wiedereinweihung am alten Platz vor der Dorfkirche. Nun nicht nur mit den 25 Namen der Toten des 1. Weltkrieges, sondern auch mit den 48 Gefallenen des 2. Weltkrieges. mehr
    • Zwischen dem Gollwitzer Schloss und der Dorfkirche steht ein kleiner rechteckiger Putzbau. Im Jahre 1851 ließ die damalige Gutsherrin Marie (1817-1893) und ihr Mann Friedrich Carl von Hagen (1801-1880) das kleine Gebäude in Formen der Schinkelschule errichten, um es als Gebetskapelle zu nutzen. Zugleich war der Bau aber auch ein Mouseleum. Denn die Herren von Gollwitz und Plötzin brachte die Särge ihrer Mutter Henriette Charlotte Tiebe (1786-1837) und ihres Vaters Jakob (1781-1840) in die Kapelle, wo sie unter einer gemalten Kassettendecke in einer Art Vertiefung standen. mehr
    • Schon seit 1918 existiert in der Steinstraße 19/20 ein Kino. Bereits 1877 gab es dort jedoch schon das von Julius Haberland begründete Concert-Haus als Konzert-, Ball- und Tanz-Etablissiment. Da wurde der große Saal noch für Konzerte und Tanzveranstaltungen genutzt. Daneben gab es Bier- und Weinstuben. Inhaber war Gustav Möhring. Im Jahre 1917 erwarb Klaus Winkler die gesamte Immobilie und wandelte sie zu einem Lichtspieltheater um. Dazu gehörte auch die Konzerthaus-Klause. Im Jahre 1928 baute Winkler das Haus erneut um. mehr
    • Im Jahre 1962 feierte die Brandenburger Firma Paul Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen. Da allerdings schon in der 1938 in Berlin-Wilmersdorf begründeten Filiale, die 1961 Hauptsitz geworden war. Das am 1. Februar 1862 durch August Sonntag gegründete Unternehmen entwickelte sich vor dem 2. Weltkrieg zu einem Großunternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern. Sitz war der Neustadt Markt 5/6, erstreckten sich die Produktionsgebäude jedoch bis zum Deutschen Dorf. Heute erinnert im SWB-Park eine Straße an den Unternehmer. mehr
    • Zwei Monate nach dem Beginn des 1. Weltkrieges wurde im September 1914 das Reserve-Infanterie-Regiment 206 in der Stadt Brandenburg aufgestellt. Die Einheit kämpfte in der Folgezeit an mehreren Brennpunkten des Krieges: in Ypern, Lemberg oder auch Verdun. In den vier Jahren fielen 2854 Offiziere und Mannschaften. Im Jahre 1926 wurde unweit des Krematoriums ein recht schlichtes Denkmal für die Gefallenen des Regiments enthüllt. Auf einem Sockel mit Stufen thronte ein Helm aus Sandstein. Im Jahre 1945 wurde das Kriegerdenkmal wieder abgerissen. mehr
    • Der Reckahner Gutsherr Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805) ließ seinem Dorflehrer Heinrich Julius Bruns nach dessen Tod im Gutspark ein Denkmal errichten. Am Ende des 18. Jahrhunderts war es ein Novum, dass ein Bürgerlicher ein Denkmal erhielt. Bei Rochow war es vielleicht auch ein wenig schlechtes Gewissen. Denn Heinrich Julius Bruns starb am 23. September 1794 an Schwindsucht. Da war er gerade erst 48 Jahre alt. Als Lehrer gehörte Heinrich Julius Bruns sicherlich nicht unbedingt zur Risikogruppe für die Schwindsucht. Doch sein Arbeitsvolumen war geradezu riesig. Neben seinen Pflichten als Lehrer führte er auch das Verzeichnis der Besucher der Reckahner Schule. In den zwei Jahrzehnten gab es immerhin 1200 Besucher. mehr
    • In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde das Kriegerdenkmal auf dem Marienberg zu einem Artilleriebeobachtungspunkt umfunktioniert. Von dort wurde das Feuer von vier deutschen Geschützen in Richtung Brielow gelenkt, die auf der heutigen Hauptwiese standen. Das erkannte auch schnell die anrückende Rote Armee, die daraufhin ihre Artillerie in Richtung des Berges lenkte. Am Ende der Kämpfe war das Kriegerdenkmal weitgehend zerstört. Die Ruine wurde 1955 abgerissen. Einige Teile wurden übrigens nach der Wende auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofes am Wiesenweg wiederentdeckt. mehr
    • Am Krahner Dorfrand erinnern ein Gedenkstein und eine Tafel an den ermordeten Gutsförster Paul Illmann. Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 1908. Offiziell heißt es, dass Paul Illmann einen Wilddieb per Schuss in den Kopf tötete, dann von einem zweiten Wilddieb in den Rücken geschossen wurde, ehe er sich noch umdrehte, um diesem in den Bauch zu schießen. Der starb Minuten später. Der ihn begleitende Hilfsjäger Gollhardt griff laut der offiziellen Version nicht ein. mehr
    • Die einstige Adlerapotheke im Städtchen Plaue existierte von 1840 bis etwa 1970, also 130 Jahre. Das imposante Haus an der Ecke Genthiner/Kietzstraße wurde laut der Inschrift in der erhalten gebliebenen Wetterfahne im Jahre 1692 von Clemens Fischer errichtet. Da sich der repräsentative zweigeschossige Bau unweit der Plauer Brücke und auch des Schlosses befindet, hat er in den vergangenen Jahrhunderten schon immer eine ganz besondere Stellung. Schließlich führte die Verbindungsstraße von Berlin nach Magdeburg direkt an diesem Haus vorbei. Daher diente es auch schon als Zoll- und Poststation, als Ausspanne, Herberge und Gastwirtschaft. mehr
    • Der Verwalter des Gutes Gollwitz, Rudolf Deißner, setzte im Jahre 1917 ein Zeichen. Gegenüber dem Dorfplatz ließ er einen riesigen Findling aufstellen. Neben einem Eisernen Kreuz ließ er in diesem vierten Kriegsjahr den Spruch „Herr bleibe bei uns“ einmeißeln. Angesichts der katastrophalen Lage an der Front und der Zahl der in diesem 1. Weltkrieg gefallenen Gollwitzern hoffte er wohl, dass der Krieg vielleicht doch noch ein gutes Ende findet. Doch am Ende kehrten elf von 80 in den Krieg gezogene Männer nicht zurück. Darunter war auch der bereits im Jahre 1915 gefallene Gutsbesitzersohn Georg von dem Hagen. mehr
    • Vor 125 Jahren, am 7. Mai 1901, starb Friedrich „Fritze“ Bollmann an Zungenkrebs. Wenig später wurde das Brandenburger Original auf dem Altstädtischen Friedhof in einem ganz normalen Reihengrab beigesetzt. Das Holzkreuz war wohl bereits in den 1930er Jahren verschwunden und damit die Erinnerung an seine letzte Ruhestätte verlorengegangen. Doch der Heimatforscher Friedrich Grasow ging mit seinem Sohn Friedrich-Karl im Jahre 1927 auf den Friedhof, wobei dieser ein Holzkreuz mitschleppte. mehr
    • Der „Palast-Kiosk“ verleiht dem Kinder- und Jugenderholungszentrum Bollmannsruh geradezu großstädtisches Flair. Auch wenn die Verkaufsstelle eigentlich nur eine ganz profane Baracke ist, fallen dem Betrachter doch sofort die fünf Fensterscheiben auf. „Genau solche gab es auch im Palast der Republik“, weiß der Betreiber des KiEZ, der Geschäftsführer des Humanistischen Regionalverbandes Axel Krause. Da die Fensterscheiben bereits in den 1970er Jahren in das damalige Zentrale Pionierferienlager „Bruno Kühn“ kamen, sind es auf jeden Fall keine originalen Fenster aus dem 1973 bis 1976 errichteten Berliner Palast der Republik. mehr
    • Heerscharen von Gläubigen pilgerten im 13. und 14. Jahrhundert zur Marienkirche auf dem Harlunger Berg, um die Wunderkraft dieses Ortes zu erproben. Das gewaltige Bauwerk, Grundriss war ein griechisches Kreuz, war zwischen 1222 und 1240 unter der Leitung von Bischof Gernand durch niederrheinische Bauleuten errichtet worden. 1435/37 kam noch ein Kloster hinzu, das personell von den auf dem Dom ansässigen Prämonstratenser-Chorherren besetzt wurde. An gleicher Stelle soll zuvor ein Triglaw-Tempel gestanden haben. Nach der Machtergreifung hatte man den Tempel bereits 1166 mit einer deutlich kleineren Marienkirche überbaut. mehr
    • Ein 300 Schritte langer Fliederweg führte einst von der Villa Wiesike in Richtung Osten zum Erbbegräbnis, den sich der Besitzer des Margarethenhofes Karl Ferdinand Wiesike noch zu seinen Lebenszeiten anlegen ließ. Anlass war der Tod seiner am 20. November 1865 verstorbenen Ehefrau Julie. Der Gutsherr ließ inmitten eines sumpfigen Geländes unweit der Wiesike-Villa eine Fläche und einen dorthin führenden Damm anschütten. Als Theodor Fontane im Jahre 1874 den Margarethenhof erstmals besuchte, besichtigte er auch das Grabmal, dem er eine gewisse Originalität zugestand. mehr
    • 18 Weseramer Männer starben im 1. Weltkrieg, wobei der Musketier E. Neuendorf den Krieg eigentlich schon überstanden hatte, aber schließlich am 25. Oktober 1919, also mehr als ein Jahr nach Einstellung der Kriegshandlungen, dann doch noch in einem Lazarett verstarb. Musketier Franz Golz fiel dagegen bereits am 22. Dezember 1914 am polnischen Fluss Bzura. Alle Namen sind auf einer hübschen hölzernen Tafel im Inneren der Weseramer Dorfkirche zu finden. mehr
    • Um Verwechslungen zu vermeiden, müsste die Gaststätte an der alten Plauer Schleuse eigentlich „Wendseeblick“ heißen. Von der Terrasse aus ist allerdings nicht nur der Wendsee, sondern auch die Seegartenbrücke gut zu sehen. Seit 166 Jahren existiert mit unterschiedlichen Namen diese Gaststätte bereits. Ursprünglich beherbergte das Grundstück allerdings eine Ziegelei. mehr
    • Gleich im ersten Jahr des 1. Weltkrieges (1914-1918) starben mit Otto Steinhaus, Hermann Baum und Alexander zur Hose drei Männer aus Oberjünne. Doch es kamen bis 1918 keine Gefallenen hinzu. Besonders tragisch war der Tod von Otto Steinhaus. Ende August 1914 eingezogen, musste er seine schwangere Frau zurücklassen. Otto Steinhaus fiel bereits am 28. Oktober 1914. Sein Sohn wurde am 24. Dezember 1914 geboren. Er war somit etwas mehr als sechs Jahre alt, als am 17. April 1921 in Oberjünne das sandsteinerne Kriegerdenkmal eingeweiht wurde. mehr
    • In der Schöppenkapelle der St. Katharinenkirche stellt eine für den um 1480 geschaffenen Hedwigsaltar geschnitzte Figur den Pestheiligen Rochus dar. Er steht in dem Mittelschrein rechts von der Heiligen Hedwig, links ist Adrianus von Nikomedien zu erkennen. Der unbekannte Künstler dieses spätgotischen Kunstwerkes verwendete bei Rochus ein Pestmal als Attribut für den Schutzpatron gegen die Pest. Da Rochus sein Gewand leicht anhebt, ist an seinem linken Oberschenkel die Pestbeule gut zu erkennen. mehr
    • Zumindest der Name des Restaurants "Stern" – das Café musste nach Corona schließen - erinnert noch heute daran, dass man weit über 100 Jahre lang in der Plauer Ortsmitte im "Goldenen Stern" logieren konnte. Aber auch die Veranstaltungen im Saal waren legendär. Der Turnverein Plaue veranstaltete darin Maskenbälle, der Frauenverein gestaltete Theateraufführungen und die Kapelle des in Brandenburg stationierten Füsilierregiments Nr. 35 gab Konzerte. Selbst der Wusterwitzer Puppenspieler Götze oder der Naturapostel Gustav Nagel traten hier genauso auf wie der Zirkusdirektor Straßburger mit einem Hunde- und Affentheater. mehr
    • Der 1. Weltkrieg (1914-1918) begann im Brandenburger Ortsteil Göttin in der Nacht zum 1. August 1914. Da beschlagnahmte das Infanterie-Regiment Nr. 35 sämtliche Pferde des Dorfes. Einen Tag später mussten auch die wehrfähigen Männer zu den Waffen eilen. Jedes Mal, wenn eine Todesbotschaft eintraf, läuteten die Göttiner Kirchenglocken. Allerdings nur bis zum Juli 1917. mehr
    • Das schwarz-goldene Tatzenkreuz auf dem Göttiner Friedhof fällt dem Besucher sofort ins Auge. Über 200 Jahre ist das gusseiserne Grabkreuz alt. Es erinnert an den am 5. Juni 1780 geborenen Mühlenmeister Carl Friedrich Hinnenburg, der am 19. September 1818 bereits mit 38 Jahren verstorben war. Seine Witwe hatte das Kreuz in Auftrag gegeben. Es war eines der ersten seiner Art und somit natürlich auch eines der ältesten in der Mark Brandenburg. Daher steht es auch unter Denkmalschutz. mehr
    • Zwischen Göttin und Paterdamm lag früher das Vorwerk Rosdunk. Heute sind dort nur noch Reste des einstigen Brunnens zu erkennen. Und man kann zumindest erahnen, wo einst das Wohnhaus stand. Der Name blieb jedoch bis heute erhalten. Denn das 96,54 Hektar große Naturschutzgebiet, das im Jahre 1995 beschlossen wurde, heißt seitdem „Bruchwald Rosdunk“. Erstmals erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahre 1781 als „Der Goettinsche und Schmertckesche RossTunck“. „Der Reckahner Gutsherr Harry Rochow soll vor 1945 die Bewohner des Vorwerkes rausgescheucht und dann vom Fenster aus gejagt haben“, weiß Frank Brekow zu berichten. mehr
    • Als Ende der 1970er Jahre beim Bau des Elektrostahlwerkes menschliche Knochen zum Vorschein kamen, wurden die Arbeiter damit beruhigt, dass es sich um den alten Friedhof von Neuendorf handelt. Das war gelogen. Denn es handelte sich um den Friedhof des Gefangenenlagers, das am Quenz von 1914 bis 1918 bestanden hat. Es war kein kleiner Friedhof, fanden hier doch mindestens 924 Bestattungen statt. Es waren vor allem Russen, die hier ihre letzte Ruhe fanden. mehr
    • Das Feldartillerie-Regiment „Generalfeldzeugmeister“ (1. Brandenburgisches) Nr. 3 verlor im Dänischen Krieg im Jahre 1864 gerade einmal einen Offizier, einen Unteroffizier und zwei Mann. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 starben fünf Offiziere, elf Unteroffiziere und 58 Mann. Doch im 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 fielen dann in verschiedenen Schlachten immerhin 1141 Artilleristen. Auch wegen dieser hohen Zahl wurde am 26. September 1920 in der Grabenpromenade ein Denkmal für die gefallenen Brandenburger Artilleristen eingeweiht. mehr
    • Der dreiköpfige Gott der Heveller hieß Triglav
      Marcus Alert / 09.04. / 20:01 Uhr

      Vom dreiköpfigen Triglav – auch Triglaf oder Triglaw - ist heute bis auf den Straßennamen in Brandenburg nichts mehr zu erkennen. Der dreiköpfige Gott der Heveller hatte wohl ab dem Slawenaufstand von 983 seinen Platz auf dem Harlunger Berg – erst später Marienberg genannt. In dem ersten kleinen Kirchlein, das um 1166 entstanden sein soll, und später in der ab 1222 errichteten prächtigen Marienkirche, soll jeweils in einer Nische das Götzenbild untergekommen sein. mehr
    • 19 Krahner und Rotscherlinder verloren im 1. Weltkrieg (1914-1918) ihr Leben. Auch Krahne gedachte nach dem Krieg seiner Toten. Am 12. Juni 1921 wurde ein Denkmal eingeweiht, das durchaus auffällig ist. Verantwortlich zeichnete der damalige Regierungs- und Baurat Conrad Dammeier. Der ist übrigens auch Schöpfer der Lehniner Schule und er erneuerte die Rädeler Kirche. Berühmt wurde er jedoch durch die Umgestaltung des Berliner Lustgartens zu einem Parade- und Aufmarschplatz. mehr
    • Ein nackter Krieger mit Schwert und Schild krönte den Sandsteinquader, der einst in der Grünanlage des Hindenburgplatzes (heute Gertrud-Piter-Platz) stand. Das Denkmal für die Gefallenen des Füsilierregimentes Nr. 35 „Prinz Heinrich von Preußen“ erinnerte an die Toten des 1. Weltkrieges. Es wurde auf Initiative des Bundes der Vereine ehemaliger 35er am 3. Februar 1923 inmitten einer malerischen Grünanlage eingeweiht und verschwand nach dem 2. Weltkrieg auf Anordnung der alliierten Besatzungsmächte. Reste des Denkmales wurden übrigens vor 25 Jahren bei Tiefbauarbeiten am Wiesenweg entdeckt. mehr
    • Der Historiker Otto Tschirch oder der Sprachgelehrte Karl Sachs waren als Lehrer an der Saldria tätig, genauso wie die Künstler Walter Garski oder Arnold Topp. Während diese Männer noch heute bekannt sind, hat man von Ludwig Hacker kaum etwas gehört. Dabei war er von 1900 bis 1924 und somit fast ein Vierteljahrhundert Direktor der am Salzhofufer gelegenen Saldria. mehr
    • Der Architekt und Maurermeister Ernst Grasow (1887-1962) hat den markanten Wasserturm von Kirchmöser, längst ein Wahrzeichen des Brandenburger Ortsteiles, entworfen und fungierte bei der Ausführung 1915/16 als Bauleiter. Er war übrigens ein Onkel des Heimatforschers und Brandenburger Ehrenbürgers Friedrich-Karl Grasow. Fertigstellungstermin des Turmes, der für den Wasserdruck innerhalb der Pulverfabrik sorgen sollte, war der 26. Februar 1916. mehr
    • Am 30. August 1984 heulten um 21.40 Uhr in Wusterwitz die Sirenen. Schnell war klar, dass ein Hubschrauber abgestürzt war. Letztlich waren es sogar zwei Mi2, die sich bei Dämmerlicht in der Luft berührt hatten. Beide Hubschrauber, die zum Fliegerhorst Briest gehörten, stürzten unweit des Zielrichterturmes der Regattastrecke in den See und beschädigten dabei sogar ein Segelboot. Die Piloten starben. Glück im Unglück war, dass die Hubschrauber auf dem See niedergingen und nicht auf dem nur einige Meter entfernten Zeltplatz, wo gerade ein Polterabend gefeiert wurde. Die dortigen Gäste hatten das Unglück verfolgt und um 21.34 Uhr die Rettungskräfte alarmiert. mehr
    • Bis zum letzten Tag des 2. Weltkrieges Anfang Mai 1945 wurden auf dem unweit des Krematoriums gelegenen Ehrenfriedhof noch tote Männer mit allen militärischen Ehren in Särgen beigesetzt. Über 300 Gräber gab es dort direkt nach dem Krieg. 294 Gräber existierten laut dem Belegungsplan Mitte der 1990er Jahre. Hintergrund der Abnahme ist, dass ab den 1950er Jahren innerhalb der DDR Umbettungen in die Heimatorte stattfanden. Anfragen aus dem Westen blieben dagegen zumeist unbeantwortet. Erst nach der Wende wurden auch diese Umbettungen möglich. mehr
    • Fast 100 Jahre produzierte das heute am Bahntechnikerring gelegene Kraftwerk in Kirchmöser Wärme, Strom, Dampf oder auch Druckluft. Erst für die Pulverfabrik, dann für das Reichsbahnausbesserungswerk und zuletzt für die verschiedenen Bahnbetriebe sowie für zahlreiche Wohnungen. Doch im September 2011 war Schluss. Heute ist von der einstigen Wärmeproduktion nichts mehr zu erkennen, wurde alles demontiert. So verfallen die einstigen Produktionsgebäude, wobei die beiden großen Klinkergebäude seit der Wende unter Denkmalschutz stehen. mehr
    • Seit fünf Jahren müssen Ausflügler entweder wegen der geschlossenen Türen den “Dorotheenhof” hungrig hinter sich lassen oder aber auf der anderen Uferseite des alten Plauer Kanals im “Seeblick” einkehren. Nach etlichen Anläufen diese alte Ausflugsgaststätte nach der Wende wiederzubeleben, befindet sich die geschichtsträchtige Immobilie mittlerweile in Privathand und wird ausschließlich als Wohnhaus genutzt. An der Fassade steht heute noch “Gasthof zum Dorotheenhof, gegr. 1848 von Andreas Bittkow”. Das stimmt so allerdings nicht. Denn es war Christian Friedrich Schindelhauer, der sich schon drei Jahre zuvor Haus und Stall auf dem Grundstück errichtete. Das kleine Etablissement nannte er nach seiner Frau “Dorotheenhof”. Ob er jedoch in den ersten Jahren eine Schankerlaubnis hatte, ist unklar. mehr
    • Etwas über 40 Jahre beherbergte das Städtchen Plaue das St. Jakobus-Heim. Katholische Ordensschwestern, erst die Borromäerinnen und dann die Franziskanerinnen aus dem österreichischen Vöcklabruck, betrieben im Auftrag des Caritas-Verbandes vom 1. Oktober 1947 bis Ende Dezember 1990 das Altenheim in der heutigen Genthiner Straße. Bei voller Auslastung bot es immerhin 40 Senioren Platz. Heute zeugt nach dem vor einigen Jahren erfolgten Abriss nur noch eine große Baulücke von dem einstigen Heim. mehr
    • 56 Männer aus dem damaligen Großwusterwitz ließen im 1. Weltkrieg ihr Leben. So berichtete es zumindest der „Brandenburger Anzeiger“ am 7. Juli 1920. Allerdings finden sich heute nur noch 55 Steine mit den Namen der Gefallenen in dem „Heldenhain“, wie der Platz gegenüber vom Haupteingang in die Kirche damals noch hieß. Das aus Feldsteinen errichtete Kriegerdenkmal war am 4. Juli 1920 feierlich eingeweiht worden. Auf der Sandsteinplatte stand: „Ihren für Heimat und Vaterland gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde Großwusterwitz 1914-1918“. mehr
    • Eigentlich sollte zur Bundesgartenschau im Jahre 2015 auf dem Marienberg eine Kopie des 1945 verschollenen Ganymed enthüllt werden. Die berühmte Skulptur war 1828 von August Julius Wredow (1804-1891) als Gipsmodell geschaffen worden. Da das jedoch nicht möglich war, nahm kurzerhand ein anderes Werk von August Julius Wredow den historischen Platz inmitten der Rosen-Pergola ein. Bis heute thront dort auf Initiative und auch auf Kosten des Lions-Clubs – 7200 Euro - auf einem Sockel der Kopf eines unbekannten Mannes, der in Richtung Weinberg schaut. mehr
    • Ludwig Manzel (1858-1936) war ein bedeutender deutscher Künstler. Was ihm sicherlich die Karriere ebnete, war die Freundschaft mit Kaiser Friedrich Wilhelm II. Ab Mitte der 1890er Jahre gab es daher diverse Aufträge für Kaiserdenkmale in verschiedenen preußischen Provinzstädten. Allerdings nicht für die Stadt Brandenburg. Aber zumindest zeichnete er für den heute nicht mehr vorhandenen Kurfürstenbrunnen vor dem Altstädtischen Rathaus verantwortlich. mehr
    • Butterlake bezeichnet heute eine Kleinhaussiedlung und zahlreiche Kleingärten unweit von Hohenstücken. Die Bezeichnung reicht bis 1839 zurück, als „die Butterlake“ erstmals urkundlich erwähnt wurde. An der so bezeichneten fetten Wiese in einer feuchten oder auch sumpfigen Niederung befand sich, am Rande der altstädtischen Forst, ein Vorwerk. Ganzer Vorwerk oder Ganzer Hof, benannt nach dem Besitzer, entstand vor 1860. Im Jahre 1881 kam Butterlake vom Kreis Westhavelland zur Stadt Brandenburg und erhielt 1957 den Status eines Ortsteiles. mehr
    • Von Plaue hat eins, auch Gollwitz, Reckahn oder Rogäsen. Golzow allerdings nicht mehr. Das dortige Schloss brannte 1945 inklusive des wervollen Inventars, des Gutsarchives und nicht zuletzt der Ahnengalerie völlig aus und wurde in den Nachkriegsjahren bis 1947 komplett abgetragen. Heute sind nur noch kleine Reste des einst 60 Morgen großen Parks, einige Feldsteine und der einstige Schlossteich zu entdecken. Bauherr war die Familie von Rochow, die gut 800 Jahre auf Golzow saßen. mehr
    • Alphonse de Vignoles ist es zu verdanken, dass viele Urkunden der Neustadt aus dem 15. und 16. Jahrhundert als von ihm gefertigte Abschriften überliefert wurden, die so in die viel spätere Arbeit des Stadthistorikers Otto Tschirch einfließen konnten. Der bedeutende französische Gelehrte, der von 1689 bis 1703 in der Havelstadt lebte, beschäftigte sich nicht nur mit der Geschichte des Domstiftes, sondern inventarisierte auch die Grabdenkmale des Doms und erarbeitete einen entsprechenden Lageplan. Von ihm stammen auch ein exakter Grundriss und Zeichnungen der damals noch vorhandenen Marienkirche. Außerdem verfasste er einen Aufsatz über die Grabinschriften in der St. Katharinenkirche. mehr
    • Vor 15 Jahren wurde in Kirchmöser das Filmdrama „Barbara“ gedreht. Der Film, der sogar Kandidat für eine Oskar-Nominierung war, lockte gut 400.000 Kinobesucher an. Viermal hat sich Sabine Siegmund den Streifen des Regisseurs Christian Petzold angeschaut. Die Gästeführerin aus Kirchmöser zeigt seit gut zehn Jahren den Touristen die Orte, wo der Film von August bis Oktober 2011 gedreht wurde. Allerdings wurden die Immobilien mit dem Flair der Jahre um 1980 mittlerweile größtenteils saniert. Weitere Drehorte waren Ahrenshoop und Schneidlingen. mehr
    • Die Homeyenbrücke war im Jahre 1936 die letzte in Brandenburg, die ihre Klappvorrichtung verlor, die über 20 Jahre zuvor mit dem Bau des Silokanals (1910) unnötig geworden war. Das lag auch daran, dass die massive Eisenbrücke erst im Jahre 1882 fertiggestellt worden und somit noch in einem guten Zustand war. Die moderne Konstruktion von 1936 hielt allerdings nur neun Jahre. Dann wurde das Bauwerk von deutschen Soldaten in die Luft gesprengt. mehr
    • Georg Dietrich von dem Hagen soll, als er am 1. Dezember 1915 im Gollwitzer Schlosspark beigesetzt wurde, in einem gläsernen Sarg gelegen haben. Und das in Uniform und mit sämtlichen Orden, so mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, das ihm im Dezember 1914 verliehen worden war. Nach dem Krieg, so wird erzählt, wurde das Grab geplündert. Heute erinnert nur noch ein Sockel mit aufgesetztem Helm an den Mannm, der eigentlich später das Gollwitzer Gut erben sollte. Dieses unter Eiben stehende Grabmal wurde im Jahre 2013 restauriert. mehr
    • Die Excelsior-Fahrradwerke boomten um die Jahrhundertwende, so dass Gründer und Firmenchef Paul Conrad im Jahre 1909 nicht nur den repräsentativen Verwaltungsbau in der Wilhelmsdorfer Landstraße errichten ließ, sondern schon zuvor für sich selbst 1906/07 eine Villa, die „Villa Martha“ in der Wilhelmsdorfer Straße 85. Der Name steht an der Schauseite zum Jakobsgraben hin. Allerdings in der mittelalterlichen Unziale-Schrift, so dass auch immer wieder von der „Villa Margha“ die Rede ist. mehr
    • Am 12. Juni 1932 eröffneten die Ziesaraner ihr Schwimmbad. Der Rittergutsbesitzer und Burgherr Paul Schneider hatte 1928 das Gelände inklusive eines Badesees der Stadt übereignet, die es danach komplett umgestaltete. Mehrere Generationen erlernten dort dann das Schwimmen. Nachdem das Freibad bereits in den 1980er Jahren aus hygienischen Gründen zeitweise geschlossen werden musste, ging es 1990 wieder in den Betrieb. Doch nach der Saison 1993 war dann endgültig Schluss. mehr
    • Die Steinstraße 8 beherbergte einst die renommierte Weinstube und Weingroßhandlung der Gebrüder Cramer. Dem viergeschossigen Bauwerk, entworfen vom königlichen Baurat Ludwig Heim (1844-1917), sieht man das zwar heute nicht mehr an, doch der Rückseite schon. Die zum Katharinenkirchplatz weisende rote Klinkerfassade verrät, dass hier einst mit Wein gehandelt wurde. Dies erkennt man am Eingang, der in der Form eines Weinfasses gestaltet wurde. mehr
    • Im Jahre 1992 sollte das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Der Liquidator der Brandenburger Spielwaren GmbH, der Rechtsanwalt Johannes Reichenwallner, wollte die traditionsreiche Firma mit einer Repliken-Produktion retten. Ein Flugzeug, eine Limousine, der Kletteraffe Tom und ein Radfahrer sollten dabei den Anfang machen. mehr
    • Seit dem 5. März 1999 verbindet die Näthewindebrücke wieder die Neustadt mit der Dominsel. Vor allem die Förderschule profitierte von dem Übergang, da sie die Turnhalle am anderen Ufer so viel schneller erreichten. Schulkinder nutzen das Bauwerk, um zu den beiden Domschulen zu gelangen, Gottesdienstbesucher, um zur Domkirche zu kommen. Beliebt ist die idyllische Holz-Brücke auch bei Touristen. mehr
    • Längst hat sich der Begriff „Bermudadreieck“ an der Ecke Potsdamer-/Geschwister-Scholl-Straße durchgesetzt. Unsere Vorfahren bezeichneten das etwas verlängerte Ende der Sankt-Annen-Straße noch als „Stern“. Hintergrund war, dass sich dort mit dem Gasthof „Goldener Stern“ eine der ältesten Gastwirtschaften der Stadt befand. Jedoch nur bis 1937. Dann erfolgte der Abriss, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Auch die kleinteilige Nachbarbebauung – zwei marode Wohnhäuser - musste damals weichen. mehr
    • Die Güterzug-Lokomotive der Baureihe 52, der „Pendel von Kirchmöser“, ist zumindest in Teilen reparaturbedürftig. Der sich hinter dem Führerstand befindliche Kohlekasten ist durchgerostet, sodass der Inhalt durchgebrochen ist. Interessanterweise waren es jedoch keine Kohlen, die herabfielen. Die wurden bereits vor längerer Zeit von Unbekannten gestohlen. Stattdessen wurden sie durch schwarz angestrichenen Schotter ersetzt. Die Spema Kirchmöser GmbH. wird, so Geschäftsführer Sebastian Krause, den Kasten zeitnah wieder auf Vordermann bringen. mehr
    • Neben den um 1900 entstandenen Mietshäusern in der Bergstraße wirkt die kleine spätklassizistische Villa – neben den ehemaligen Bismarckterrassen - etwas verloren. Alles deutet darauf hin, dass die Villa zuerst da war und die anderen Häuser erst später entstanden. Aufgrund eines Zeitungsfundes unter der Tapete, die das Datum 12. Februar 1874, und die Jahreszahl 1875 an einem Träger trägt, wird angenommen, dass die Villa in der Bergstraße 19 im Jahre 1875 erbaut wurde. mehr
    • Vom Kürassiersstiefel zum letzten Kinderschuh
      Marcus Alert / 02.03. / 20:01 Uhr

      Nach 112 Jahren war Schluss. Am 30. September 2012 sperrte Marion Schilling das „Schuhhaus Bossdorf“ in der Jacobsstraße zu. Sie war die 4. Generation. „Unsere Spezialität waren Kinderschuhe“, erinnert sich ihre Schwiegermutter Barbara Bossdorf. Viele Senioren und auch Behinderte seien unter den Stammkunden gewesen, da sie Rollstuhlfahrer sogar auf dem Bürgersteig bedient hätten. mehr
    • Viel erinnert in der Stadt Brandenburg nicht mehr an die Tuchhandlung Blell und Söhne. Auf dem Neustädtischen Friedhof ist zumindest das Grabmal von Johann Carl Blell (1838-1914) und seiner Frau Anna zu entdecken. Bekannter ist jedoch Ernst Blell, der 1908 aufgrund seiner Verdienste um die Stadt zum Ehrenbürger ernannt worden war. Ernst Blell trat mit 25 Jahren 1865 in die väterliche Handelsfirma ein, die in der Steinstraße 11 ihrenSitz hatte. Als sein Vater Carl 1885 starb, übernahm Ernst Blell nicht nur die Leitung der Firma, sondern auch dessen Amt als unbesoldeter Stadtrat. Das hatte er 24 Jahre lang inne. Ernst Blell schaffte es 1902 sogar in den Provinzial-Landtag. mehr
    • Zur Tausendjahrfeier im Jahre 1929 richtete die Stadt Brandenburg nicht nur eine große Feier aus. Bereits zehn Jahre zuvor hatten sie Professor Otto Tschirch mit der Erarbeitung der „Geschichte der Chur- und Hauptstadt“ beauftragt, die nun in die Buchläden gelangte. Großer Höhepunkt war die Einweihung der Jahrtausendbrücke und auch das Wohlfahrtsforum wurde damals fertiggestellt. Auch an der Alten Feuerwache als nördlichem Abschluss der Franz-Ziegler-Straße wurde 1929 gebaut. Während der fünfgeschossige Steigerturm in diesem Jahr, wie die Jahreszahl über der originalen Tür beweist, auch noch fertiggestellt werden konnte, wurden die beiden ihn flankierenden, halbkreisförmigen Garagentrakte erst im Jahre 1930 vollendet. mehr
    • Als die Kinder von Gaston Lieberschütz 1934 nicht mehr in die öffentlichen Badeanstalten der Stadt Brandenburg durften, ließ sich der wohlhabende jüdische Fabrikdirektor der Hutfabrik Gebrüder Silbermann und Co. kurzerhand neben seiner Villa in der Krakauer Landstraße 30 ein eigenes Badehaus errichten. Für den Entwurf zeichnete kein Geringerer als Hans Scharoun (1893-1973) verantwortlich. Der berühmte jüdische Architekt durfte ab 1934 nur noch private Aufträge annehmen. Der Landschaftsarchitekt Hermann Matern hatte ihn bei diesem Bauvorhaben mit hinzugezogen, nachdem sie beide kurz zuvor schon einmal beim Bau einer Berliner Villa zusammengearbeitet hatten. mehr
    • Vor 50 Jahren wurden die Brandenburger dazu aufgerufen etwa 600 Muscheln und 200 Schneckengehäuse in der Größe von fünf bis 15 Zentimeter aus ihrem Sommerurlaub mitzubringen. Diese – immerhin 4000 Muscheln - wurden dann auf halber Höhe des Südaufganges zum Marienberg durch das Künstlerehepaar Rudolf in die Grotte eingearbeitet. Mit Fanfarenklängen des Musikzuges des Stahlwerkes und dem Gesang des Chores der Volksmiliz aus Kladno wurde die sanierte Grotte am 26. Juni 1977 durch Oberbürgermeisterin Elvira Lippitz eingeweiht. mehr
    • Der Name ist zugleich auch ein Verweis auf die Herkunft. Daher wird dem märkischen Chronisten Engelbert Wusterwitz auch das Dorf nahe Brandenburg als Geburtsort zugewiesen. Die Namensgebung nach dem Geburtsort war damals durchaus üblich. Als sich der wohl um 1370 – einige Quellen nennen das Jahr 1385 - geborene Engelbert im Jahre 1406 an der Prager Universität einschrieb, tat er dies als „Engelbert Wusterwitz van Brandenburg“. Engelbert gilt als bedeutendster Chronist der märkischen Geschichte Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts. mehr
    • Am 2. September 1900 um 15 Uhr hörte Franz Alexander Heidrich den Ruf „Die Mühle brennt“. Als er die Treppe heruntereilte, kam dem Mühlenbesitzer schon dicker Rauch entgegen. Obwohl die Feuerwehr mit gleich neun Schlauchleitungen vorging, schlug das Feuer schon bald durch den Dachstuhl. Auch der angrenzende Speicher war letztlich nicht zu retten. Umherfliegende brennende Holzstücke beschädigten zudem die Nachbarhäuser. Auch ein auf der anderen Straßenseite stehendes Wohnhaus brannte nieder. mehr
    • Der Fritze-Bollmann-Brunnen ist zumindest in der Innenstadt mittlerweile der Platzhirsch. Denn die Konkurrenz auf dem Neustädtischen Markt ist längst verschwunden. Das langgestreckte Becken mit den fünf Fontänen war Bestandteil einer kleinen Grünanlage, durch die man in den DDR-Jahren über den Rand des Neustädtischen Marktes von der Haupt- zur Friedensstraße kam. 1977 installierte man auch noch die Digitaluhr. mehr
    • Der Erker des Jugendstilhauses des Spielzeugfabrikanten Ernst Paul Lehmann (1856-1934) in der Plauer Straße ragt in den Straßenraum hinein und trägt als Schmuck ein Relief, das einen störrischen Esel zeigt. Der stammt von dem renommierten deutschen Bildhauer Otto Stichling (1866-1912). Hintergrund ist, dass der störrische Esel ein überaus erfolgreiches mechanisches Blechspielzeug des Lehmann-Werkes war. Und er soll das Lieblingsspielzeug Lehmanns gewesen sein. Von diesem Erker aus beobachtete der Spielzeugfabrikant übrigens jeden Morgen, ob seine Mitarbeiter auch pünktlich waren. Das Haus beherbergte Wohnung und Kontor des Fabrikanten. Die enge bauliche Verbindung von Wohnung und Fabrik war im ausgehenden 19. Jahrhundert zumindest bei Familienunternehmen typisch. mehr
    • „Eschers Gesellschaftshaus“ in der Sankt-Annen-Straße 8/9 galt vor 1945 als größtes Etablissement der Innenstadt. Das Restaurant mit verschiedenen Sälen und Vereinszimmern befand sich stadtauswärts auf der linken Seite vor der Sankt-Annen-Brücke, dort, wo sich heute eine kleine Parkanlage befindet. Wie so viele Gebäude in der einstigen Prachtstraße wurde das Gesellschaftshaus in den letzten Tagen des Weltkrieges im April 1945 bei den tagelangen erbitterten Häuserkämpfen zerstört. mehr
    • Vor 35 Jahren begann die Rettung der Bagower Kirche
      Marcus Alert / 15.02. / 20:01 Uhr

      Die Bagower Dorfkirche war in den letzten Jahren der DDR ein typischer Lost Place. Sogar die evangelische Kirchengemeinde hatte das Gotteshaus nach einem 1972 erlittenen schweren Sturmschaden 1978 bereits aufgegeben und sollte Mitte der 1980er Jahre abgerissen werden. Die Ruine wurde schließlich an eine Privatperson veräußert, sollte das Gebäude abgerissen werden. Doch die Wende ließ den Vertrag nicht mehr rechtsgültig werden. mehr