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Für die barrierefreie Gestaltung der Innenstadt wurde schon einiges getan - aber es reicht noch nicht

Aus der Stadt
  • Erstellt: 06.08.2022 / 10:01 Uhr von rb
Es einem Jeden recht zu machen, ist eine Kunst die keiner kann, aber man kann Kompromisse finden. So hat sich kürzlich Kämmerer Thomas Barz, der momentan  Bürgermeister Michael Müller im Rathaus vertritt, mit dem Behindertenbeirat in Sachen barrierefreier Gestaltung des öffentlichen Raums in der Innenstadt zusammengesetzt und einen Vor-Ort-Termin anberaumt. Nun zeigte er, gemeinsam mit dem städtischen Bauexperten Peter Reck, die Ergebnisse dazu. Dabei stellte er fest, dass es ein Spagat sei, das Stadtbild zu gestalten und mit den Bedürfnissen gerade auch der Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen klarzukommen. „Wir waren uns einig, man muss diskutieren und sich aneinander reiben, aber es muss am Ende etwas dabei herauskommen“, so Barz. 

Dabei gelte es gerade auch bei Bauarbeiten im historischen Stadtzentrum den Blick aufs Geld, insbesondere auf die Fördermittel zu haben. Zudem wurde deutlich klargemacht, dass es schon viele gute Ergebnisse gibt, aber das noch nicht reicht und noch vieles gemacht werden muss.

Die größte Aufgabe im behindertengerechten Ausbau sieht der Bauexperte Peter Reck im historischen Raum der Stadt. „Da sind die größten Anforderungen, da sind die Punkte wo wir uns abstimmen und reiben müssen um dann gute Kompromisse zu finden“, so Reck während seiner Präsentation. Immerhin gibt es noch viele Bereiche, wo etwas gemacht werden muss. Allerdings konnten auch schon gute Lösungen aufgezeigt werden. Immerhin habe der lokale Teilhabeplan den Anspruch, dass der öffentliche Verkehrsraum so umzubauen ist, dass persönliche Mobilität mit größtmöglicher Unabhängigkeit ohne fremde Hilfe erreicht wird.

„Es ist immer gut ins Gespräch zu kommen. Ich finde es gut, wenn angesprochene Dinge auch aufgenommen werden und auch das Thema Barrierefreiheit immer mit einfließt, denn die gilt ja nicht nur für Behinderte“, so Sybille Kluge, die Vorsitzende des Behindertenbeirates. So wurde die Gestaltung beim Umbau der Schillerstraße zur Zufriedenheit des Beirates umgesetzt. Dementgegen passt es in der Klosterstraße nicht so gut. Aber es geht nicht nur um die barrierefreien Querungen von Straßen, sondern auch um die Überwindung von Höhenunterschieden, zum Beispiel durch Rampen - oder auch um zu schmale Gehwege in der historischen Innenstadt.

In der Präsentation wurden unter anderem verschiedene Querungshilfen aufgezeigt, die Menschen mit Handicap eine bessere Orientierung im Straßenverkehr ermöglichen sollen. Dabei wurde auch deutlich daraufhin gewiesen, dass gerade für Sehbehinderte der Ansatz von flächiger Verwendung von kontrastreichen Bodenindikatoren aus Beton zwar für Sehbehinderte eine gute Sache sei, aber die der Witterung ausgesetzt sind und aufgrund dessen nach und nach der Kontrast verloren gehe. Hier habe man zum Beispiel noch keine wirklich geeignete Lösung. Ebenso wurde dargestellt, dass die vorhandene Lage von Gehwegen in der historischen Innenstadt auch nicht immer gute Lösungsmöglichkeiten bietet.

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