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Der Sensation so nah! SV Viktoria Potsdam – FC Borussia Brandenburg 2:1 (1:1)

Sport
  • Erstellt: 03.04.2024 / 19:01 Uhr von Björn Wiesener
Im Viertelfinale des Kreispokals erwischte das Team von Steffen Kirchner und Felix Klepzig das wohl denkbar ungünstigste Los und durfte auswärts beim liebenswürdig gut betuchten Kreisoberligaprimus von der Hockeyanlage antreten. Personell konnte man weitestgehend aus dem Vollen schöpfen und musste „nur“ auf die länger ausfallenden Lucas Witschel und Julian Schwandt verzichten. Die Partie begann bei bestem Wetter erwartungsgemäß. Die Potsdamer ließen den Ball immer wieder aus der Tiefe heraus laufen und bis vor den Strafraum der Borussen zirkulieren.
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Diese beschränkten sich auf die Verteidigung der eigenen Hälfte und versuchten durch schnelles Umschaltspiel in Offensivaktionen zu kommen. Zumindest defensiv hielt man sich hier wacker und ließ die Hausherren zu keinen zwingenden Torchancen kommen. Doch die Potsdamer sind darauf auch nicht unbedingt angewiesen. In der 14. Minute erhielt der wohl teuerste Edelakteur der Heimelf kurz hinter der Mittellinie den Ball und jagte diesen quasi aus dem Stand mit massig Unterschnitt über den am Sechzehner postierten Jonas Wagner hinweg ins Tor. Für sowas wird man normalerweise im Zirkus bezahlt und nicht im Kreispokal. Doch Borussia ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Mit zunehmender Spieldauer fiel auf, dass wenn die Potsdamer spielerisch angreifbar waren, man dies meist auf ihrer linken Defensivseite bemerkte. Diesen Umstand versuchte man mit der Umstellung von Florian Otto zu melken, was sich schnell bezahlt machte. Mit der ersten Aktion dribbelte er sich an mehreren Gegnern vorbei und legte flach in die Mitte, wo gleich zwei eingelaufene Borussen leider nicht verwerten konnten. Bei Ottos zweitem Durchbruch konnten sich die Potsdamer dann nur noch mit einem Foul an der rechten Strafraumkante helfen. Den fälligen Freistoß legte sich dann Kapitän Gino Koschate zurecht und zirkelte ihn mit viel Gefühl über Freund und Feind hinweg in den Knick. Ausgleich. In den restlichen rund zehn Minuten blieben aufregende Aktionen dann Mangelware, sodass es zunächst mit dem Unentschieden in die Kabinen ging.

Im zweiten Durchgang agierte Potsdam noch offensiver und schnürte die Brandenburger in der Defensive ein. Die Borussen investierten unheimlichen Aufwand, um das zur Hälfte aus Regionalligaveteranen bestehende Vertragsensemble vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Man warf sich mit allem, was man hatte in die Zweikämpfe, fraß massig Kilometer und ging an seine körperlichen Leistungsgrenzen. Immer wieder suchten die Hausherren dann den Abschluss aus der Distanz, verzweifelten aber am überragend haltenden Wagner, der aus der eigenen Hälfte schier unüberwindbar schien. Etwa zehn Minuten vor Schluss hatte man dann die große Chance zur Führung als Dominik Bittner frei auf das gegnerische Tor zulief, doch im Eins-gegen-Eins am gut agierenden Keeper scheiterte. So blieb es beim 1:1 und mit der Zeit stellten sich alle Beteiligten schon auf die Verlängerung ein. Doch hat man kein Glück, kommt letzten Endes auch noch Pech hinzu. Infolge einer gegnerischen Ecke in der 89. Minute landete der Ball an der Torlatte, prallte von dort an den Rücken von Wagner und fiel ins Tor. In den letzten Minuten versuchte Borussia noch einmal zu drücken und kam auch zu verheißungsvollen Offensivsituationen. Doch fehlte hier das letzte Quäntchen Matchglück. So pfiff der gut agierende Unparteiische die Partie beim Stand von 2:1 ab und die Heimelf konnte den größten Triumph ihrer Vereinsgeschichte bejubeln. Für die Akteure war dies sicherlich ein erhebender Moment, erlebten viele von ihnen solche Momente bisher wohl nur im Landespokal. Die Borussen konnten den Platz erhobenen Hauptes verlassen, hatte man den Favoriten doch zumindest ins Wanken bringen können. Nun gilt es, wieder vollen Fokus auf die Liga zu legen.

Trainer Steffen Kirchner hatte nur Positives für die Vorstellung seiner Mannschaft übrig: „Wir sind einfach stolz auf die Jungs. Sie haben heute ein riesiges Spiel geliefert und mit etwas Matchglück und mehr Kaltschnäuzigkeit wäre hier sicherlich auch die Überraschung möglich gewesen.“

Tor für die Borussia: Gino Koschate (35‘)

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