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Vierwöchige Pflichtspielpause nicht gut verkraftet

Sport
  • Erstellt: 11.04.2024 / 06:01 Uhr von Martin Terstegge
60 Zuschauer sahen am Sonntag ein 2:2 der Fußballerinnen der BSG Stahl Brandenburg gegen den FFF Turbine Potsdam III. Nach einer mauen ersten Hälfte, in der die Gastgeberinnen zur Pause mit 1:2 zurücklagen, konnten sie dank einer Steigerung nach dem Seitenwechsel wenigstens noch den einen Punkt retten.
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Im ersten Durchgang waren die Stahl-Frauen mehr mit sich selbst beschäftigt. Anstatt miteinander zu spielen, befanden sie sich eher auf gegenseitiger Fehlersuche. „Da stand keine Mannschaft auf dem Platz“, kommentierte Trainer Sebastian Fräsdorf den Auftritt vor der Pause. Der große Unterschied beider Teams lag zunächst im Umkehrspiel. Während die Brandenburgerinnen viel Zeit zum Umdenken benötigten, waren die Gäste schneller im Angriff oder wieder in der eigenen Abwehr zurück.

So fiel auch der Führungstreffer der Turbinen in der 25. Minute. Nach Ballverlust kamen sie über drei Kontakte nach vorn. Der erste Versuch wurde noch geblockt, doch im Nachschuss besorgte Kea Tammen das 1:0. Kurz darauf lag sogar das 2:0 in der Luft, doch Celina Pflanz parierte mit dem Fuß, der Nachschuss flog über das leere Tor. Völlig überraschend glichen die Gastgeberinnen in der 34. Minute aus. Mit einem sehenswerten Freistoß genau ins Eck traf Jessica Finkbeiner zum 1:1. Das Spiel beruhigte sich nun, alles deutete daraufhin, dass es mit dem Remis in die Kabinen ging. Doch in der Nachspielzeit konterten erneut die Gäste, nach einer guten Balleroberung kam das Leder zu Eva Wuttlich, die Pflanz keine Abwehrchance ließ.

Mit dem Wiederanpfiff kam Fabienne Wendt auf dem Platz und mit ihr wurde es druckvoller. In der 48. Minute bediente Vanessa Bürger Anja Seelhoff, dessen Schuss rechts vorbeiging. Zwei Minuten später kam nach einer zu kurz abgewehrten Ecke Bürger zum Schuss, traf aber die am Boden liegenden Seelhoff sehr schmerzhaft am Kopf.

Nach dieser guten Anfangsphase verflachte das Geschehen wieder allmählich. Der Rhythmus ging verloren, da auf beiden Seiten immer wieder Spielerinnen verletzt auf dem Rasen lagen. Die Häufung war für ein Frauen-Landesligaspiel schon auffällig. Die nächste nennenswerte Offensivaktion gab es erst wieder in der 70. Minute. Ein schöner Konter der Gäste über die linke Seite endete bei der FFC-Spielerin Elena Frieden, die rechts vorbei schoss. Im direkten Gegenzug kamen die Gastgeberinnen zu einer guten Möglichkeit. Frieda Moderegger bediente im FFC-Sechzehner Seelhoff, die leitete weiter auf Wendt an der Strafraumkante, dessen Versuch zur Ecke geklärt wurde.

Der Ausgleich lag nun in der Luft und sollte auch in der 74. Minute fallen. Tanja Lehmann nahm sich ein Herz, zog aus 24 Meter ab, die Turbine-Torfrau tauchte ab, ließ den Ball aber wieder fallen und Marlen Wodtke staubte zum 2:2 ab. In den Jubel wäre beinah die erneute Gästeführung gefallen. Im direkten Gegenzug ging es schnell über rechts, doch die Flanke konnte Maximiliane Schudeck nicht verwerten, sie zielte am linken Pfosten vorbei.

Im weiteren Verlauf hatten die Stahl-Frauen zwar mehr Ballbesitz, kamen aber nur noch einmal gefährlich vor das Potsdamer Tor, als Bürger prima auf der rechten Seite nachsetzte, auf Wodtke passte, die aber um Zentimeter am langen Eck vorbeischoss (84.). Das sah bei den Gästen gefährlicher aus. In der 85. und 90. Minute konterten sie zweimal sehr gefährlich, wobei beim Abschluss jeweils nur Zentimeter fehlten.

Der Trainerstab zeigte sich nach Spielende sehr verärgert. Co-Trainer Timo Neumann sprach von einem „Drecksspiel“, kritisierte vor allem die läuferische Bereitschaft und das mangelnde Ideengut in der Offensive: „Wir sind nie hinter die Kette gekommen, was im Training immer klappt, ich habe keine einfachen Klatschbälle gesehen, das war von unseren Fähigkeiten ausgehend viel zu wenig.“

Sicherlich war die lange Spielpause nicht optimal. Das letzte Punktspiel lag vier Wochen zurück, eine Woche darauf gab es noch ein Testspiel gegen Stettin, das war es. Doch das wollte Trainer Fräsdorf nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Wir müssen uns gewaltig strecken, um unser Ziel unter die besten Drei zu kommen, zu erreichen. Da müssen alle eine Schippe drauflegen.“ Dies am besten schon am nächsten Sonntag (14. April). Denn dann ist um 13 Uhr der neue Tabellendritte, die SG Sieversdorf 1950, zu Gast im Stadion am Quenz.

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