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Saisonstart am Theater: "Besucher freuen sich natürlich, dass wir endlich wieder live spielen"

Interview
  • Erstellt: 04.09.2020 / 08:20 Uhr von cg1
Am Brandenburger Theater startet die neue Spielzeit. Zum Saisonbeginn, der u.a. durch viele Eigenproduktionen auffällt, sprach Meetingpoint mit dem Frank Martin Widmaier, dem künstlerischen Leiter des Hauses. Er berichtet, wie die Ausgangssituation ist, wie er die Stimmung im Haus und bei den Besuchern erlebt und welche Rolle künftig das Musiktheater spielen soll.

1. Die neue Spielzeit am Brandenburger Theater startet mit einer Vielzahl von Stücken - auffällig sind dabei mehrere Eigenproduktionen. Was hat es damit auf sich?
Frank Martin Widmaier: Mit meinem Amtsbeginn als Künstlerischer Leiter des BTs hat sich durch die veränderte Finanzierung im Land Brandenburg zum Glück der vorteilhafte Zustand ergeben, mit einem zusätzlichen Etat der Stadt für die Darstellende Kunst mehr Eigenproduktionen umsetzen und auf die Bühne bringen zu können.

2. Zeichnet sich da eine neue Ausrichtung ab? Weg vom Zukauf von Stücken, hin zur eigenen Produktion?
Ja, genau. Die neuen finanziellen Möglichkeiten machen meinen Auftrag, das Haus als fast reinen Bespielbetrieb durch Eigenproduktionen und Kooperationen zu ergänzen, möglich.
Durch die am Brandenburger Theater engagierten Künstler*innen möchten wir unserem Publikum das Gefühl vermitteln, dass Kunst vor Ort entsteht und nicht nur eingekauft wird. Dadurch hat das Haus einen vollkommen anderen Charakter in der Stadt, nämlich den eines künstlerisch produzierenden Betriebes.

3. Wo stößt dieses Konzept an seine Grenzen - oder anders gefragt - was benötigt es, um diesen Weg noch ausbauen zu können?
Von Grenzen würde ich nicht sprechen. Es ist vielmehr eine Frage von behutsamen und produktiven Entwicklungen innerhalb des Hauses. Um einen künstlerischen Betrieb so zu schaffen – wie ich es derzeit mit meinem Konzept vorhabe - müssen die verschiedenen Elemente, wie das feste freie Ensemble, der Theaterchor, das partizipative Bürgertheater etc., die unser Haus bietet, strukturell in der Ausstattung des Hauses weiter entwickelt werden.

4. Die Theaterführung und das Orchester sind nach einem ereignisreichen Jahr nun komplett neu aufgestellt. Wie läuft die Arbeit und wie ist die Stimmung im Haus bzw. bei den Besuchern?
Das Orchester ist natürlich der große Schatz des Hauses mit einem eigenen umfangreichen Programm. Die Schnittstelle zur Darstellenden Kunst ist ja die Vielfalt des Musiktheaters und ich glaube, dass wir gut daran tun, uns hierauf besonders zu konzentrieren, da das Musiktheater traditionell die erfolgreichste Sparte in Brandenburg ist.
Im Hinblick auf das kommende Premierenwochenende gibt es viel zu tun und wir freuen uns besonders, die Ergebnisse der langen Arbeits- und Entwicklungsprozesse in dieser für die Kunst sehr schwierigen Zeit endlich präsentieren zu können. Diese Ergebnisse tragen zu einer unglaublich guten Stimmung im Team bei.
Auch die Besucher freuen sich natürlich, dass wir endlich wieder live spielen und für kulturelle Vielfalt sorgen, an der es während der Hochphasen der Pandemie sicherlich gefehlt hat.

5. Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Jeder Brandenburger sollte mindestens eine der Vorstellungen besuchen weil....
Er*Sie damit einen Einblick in eine unserer vielen Sparten erhält, die man nun endlich wieder hautnah erleben kann – worin auch das Besondere der Musik- und Darstellenden Kunst besteht, wie ich finde. Als kulturelle Facette der Stadt Brandenburg sind wir endlich wieder erlebbar. Wir möchten den Besucher*innen zeigen, dass es sich lohnt, für weitere Vorstellungen und unser vielfältiges Angebot in s BT zu kommen.

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