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"Solange Musik in mir erklingt, wird es immer weitergehen": 5 Fragen an Joe Carpenter

Interview
  • Erstellt: 27.03.2021 / 09:01 Uhr von Antje Preuschoff
Joe Carpenter bescherte Brandenburg 2005 einen Ohrwurm. Mit „Südsee“ traf er in Zusammenarbeit mit Marc Spiess die Havelstädter mitten ins Herz. Die Songs des Rathenower Schlagersängers laufen mittlerweile erfolgreich im Programm verschiedener Radiosender. Am Sonntag wird er virtuell auf die Bühne zurückkehren und ein Online-Konzert aus dem Streamquartier geben. Im Interview erzählt Joe Carpenter, wohin die vergangenen zwölf „Corona-Monate“ ihn geführt haben und worauf sich die Fans am 28. März freuen können.

Meetingpoint: Das Konzert im Streamquartier ist das zweite Onlinekonzert für Sie in einem Jahr. Was ist anders?
Joe Carpenter: Das erste war eine spontane Aktion in der Zeit, als ich alles absagen musste. Ich habe mich gefragt, was nun? Es gab Leute, die sich auf meine Konzerte gefreut haben. Deswegen habe ich mein Zuhause umdekoriert und mein Handy im Wohnzimmer aufgestellt. Ich hätte nie gedacht, dass es so eine Resonanz bringt. Ich habe fast 5000 Leute erreicht.
Weil sich dieses erste Mal am 28. März jährt und ein Freund mich auf das Streamquartier aufmerksam machte, habe ich gedacht: Diesmal machen wir es richtig und ordentlich.

Meetingpoint: Sie sagten, dass Sie, obwohl das vergangene Jahr nicht einfach war, konsequent an Ihrer musikalischen Karriere weiter gearbeitet haben. Was heißt das?
Joe Carpenter: Ich bleibe eigentlich immer dran. Es muss weiter gehen. Denn ich möchte unbedingt wieder auf die Bühnen. Ich hatte nur eine kurze Depriphase am Anfang – etwa eine Woche lang. Schneckenhaus-Tür zu kann ich nicht lange. Das geht nicht, ich muss etwas machen. Deswegen finde ich es auch so spannend, dass meine Plattenfirma mich gern als Selfmadestar betitelt. Das ist ja auch nicht weit hergeholt. Es ist in den letzten Wochen ein neuer Song entstanden, der am Sonntag uraufgeführt werden soll.

Meetingpoint: Spielt da Corona eine Rolle?
Joe Carpenter: Wenn ich was nie mochte, dann, dass alle Corona-Weltsongs erfanden. Bei allem Respekt, aber das fing irgendwann an, mich zu nerven. Es gibt nur wenige Titel, die ich gut finde, etwa „Bye Bye“ von Sarah Connor, davor verneige ich mich.
Nein, der Song heißt „Tief in mir drin“ und kommt auch genau von dort her. Es kommt nicht so oft vor, dass ich mich an meine Technik setze und ein neues Lied schreibe. Es passte aber in dem Moment: Eine Zeile kam zur anderen. Solange Musik in mir erklingt, wird es immer weitergehen.
Der Titel geht nächste Woche in die Radio- und TV-Bemusterung. Ich habe ihn auch schon diversen Sendern geschickt, die Interesse bekundet habe. Es ist verrückt, bis jetzt ist jede Single in den Hitparaden gelandet. Da sitzt du am Radio und dann kommt da dein Lied zwischen denen der Leute mit Rang und Namen. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Meetingpoint: Das Corona-Jahr bedeutete dennoch jede Menge abgesagter Konzerte. Auch jetzt ist nicht viel planbar. Was hat das mit Ihnen gemacht?
Joe Carpenter: Ich musste mich beruflich neu sortieren. Ich bin jetzt Alltagsbegleiter und mit „Fleißige Ameisendienste“ im Havelland unterwegs. Ich begleite Senioren bei ihrem alltäglichen Tun, begleite sie beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen, helfe beim Reinigen der Wohnung und leiste Gesellschaft.
Es stehen für dieses Jahr fünf Auftritte in meinem Kalender. Aber für mich geht Stillstand einfach nicht. Ich muss etwas machen. Und es gibt immer einen Plan B. Als Alltagsbegleiter habe ich nun täglich Anrufe von Menschen, die Hilfe benötigen und ich helfe gern und habe Spaß daran.
Auch wenn es hier und da schon hieß, ich würde aufhören, Musik zu machen, dann kann ich nur sagen: Das stimmt keinesfalls. Keine Musik mehr zu machen, wäre ja so, als würde ich meine Seele verkaufen.

Meetingpoint: Ihr Konzert kann kostenlos auf Twitch verfolgt werden?
Joe Carpenter: Ja, von Online-Tickets halte ich nicht viel. Aber es gibt bei meinem jetzigen Konzert die Möglichkeit, zu spenden. Damit wäre mir sehr geholfen, denn es soll zu dem neuen Lied ein Musikvideo produziert werden. Es ist eine große Sache für mich. Das Drehbuch steht schon und es soll wieder richtig professionell aufgezogen werden – so wie bei „Bauchgefühl“ im April 2020. Da waren zirka 40 Leute vor und hinter den Kameras beschäftigt. So ein Lied mit einem Video ist für mich sowas wie ein Denkmal.

Joe Carpenter ist am Sonntag, 28. März, ab 19.30 Uhr live mit „Meine Lieder 2021“ zu erleben. Für das Konzert aus dem Streamquartier [hier klicken].

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